Geschichte : Merkel: Freiheit verteidigen, Rassismus entgegentreten

Angela Merkel (2. v.v., CDU) steckt gemeinsam mit weiteren Politikern Rosen in Mauerspalten. /dpa
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Angela Merkel (2. v.v., CDU) steckt gemeinsam mit weiteren Politikern Rosen in Mauerspalten. /dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat anlässlich des 30. Jahrestags des Mauerfalls dazu aufgerufen, die errungene Freiheit zu verteidigen und Hass, Rassismus und Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten. Zugleich forderte sie die Menschen bei den zentralen Feierlichkeiten in Berlin am Samstag auf, sich nicht entmutigen zu lassen. «Keine Mauer, die Menschen ausgrenzt und Freiheit begrenzt, ist so hoch oder so breit, dass sie nicht doch durchbrochen werden kann», sagte Merkel in der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen an der Bernauer Straße.

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09. November 2019, 13:20 Uhr

Merkel erinnerte an die Versöhnungskirche, die früher an der Stelle gestanden hatte. 1985 wurde sie auf Veranlassung der DDR-Regierung gesprengt. «Das war nichts anderes als ein Akt der Menschenverachtung», sagte die Bundeskanzlerin. Zugleich würdigte sie die Menschen, die sich dem SED-Staat entgegenstellten. «Ich erinnere an die, die an der Mauer getötet wurden, weil sie die Freiheit suchten», so Merkel und verwies auch auf rund 75 000 Menschen, die in der DDR inhaftiert waren, weil sie die Freiheit suchten. «Ich erinnere an die, die unterdrückt wurden und ihre Träume begraben mussten», so die Kanzlerin.

Der 9. November sei ein Schicksalstag der deutschen Geschichte, sagte sie und erinnerte an die Pogromnacht der Nazis von 1938. Darauf gefolgt seien Menschheitsverbrechen und der Holocaust.

Merkel mahnte, für die Errungenschaften eines vereinten Europas einzutreten. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde müssten immer wieder neu verteidigt werden. Dies sei in Zeiten tiefgreifender technologischer und globaler Veränderungen aktueller denn je, aber auch schwierig. «Der Beitrag des Einzelnen mag klein erscheinen, doch davon dürfen wir uns nicht entmutigen lassen», sagte sie.

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