Gewerkschaften : Mehr Personal in Kitas gefordert: Anhörung und Demonstration

Gewerkschaften demonstrieren für bessere Qualität in Kitas.
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Gewerkschaften demonstrieren für bessere Qualität in Kitas.

Kostenfreiheit in der Kita oder mehr Betreuungsqualität - oder beides? In der Anhörung des Landtags-Sozialausschusses zum neuen Kita-Gesetz gab es Lob für ersteres und Kritik an der Qualität. Vor dem Landtag demonstrierten Betroffene.

svz.de von
15. Mai 2019, 17:42 Uhr

Für mehr Personal in den Kitas haben Erzieher und Kinder am Mittwoch vor dem Landtag in Schwerin demonstriert. Anlass war eine Anhörung im Sozialausschuss des Parlaments zum neuen Kindertagesförderungsgesetz. Aufgerufen hatten die Gewerkschaften Verdi und GEW. Zentrale Forderungen waren kleinere Kindergruppen in den Kitas und Horten und dass die Auszubildenden nicht auf den Personalschlüssel angerechnet werden.

Aktuell ist in Mecklenburg-Vorpommern eine Erzieherin für 15 Kindergartenkinder verantwortlich, bei den Kleinkindern bis zu zwei Jahren beträgt der Personalschlüssel 1 zu 6, im Hort 1 zu 22. Künftig sollen Hort-Erzieherinnen zusätzlich verpflichtet werden, die Hausaufgaben der Kinder zu kontrollieren, wie es bei der Demo vor dem Landtag hieß. Dazu sähen sich viele angesichts der Personalausstattung nicht in der Lage.

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) kündigte daraufhin «Klarstellungen» zum Thema Hausaufgabenbetreuung in den weiteren Beratungen zum Gesetzentwurf an. «Die Horterzieherinnen und Horterzieher werden nicht dazu verpflichtet, die Hausaufgaben auf Richtigkeit zu überprüfen», erklärte sie. «Es soll aber die Möglichkeit zur Erledigung der Hausaufgaben gewährleistet werden.» Für Qualitätsverbesserungen in der Betreuung seien sieben Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt worden.

Ein Kindergartenkind hielt bei der Demo vor dem Landtag ein Plakat mit der Aufschrift hoch: «Ich x 15: Das schaffst Du schon nicht.» Die Gruppen in den Kitas in Mecklenburg-Vorpommern gelten im bundesweiten Vergleich als sehr groß. Experten sehen dadurch die Qualität der Betreuung und der frühkindlichen Bildung in Gefahr.

Vom kommenden Jahr an ist die Kinderbetreuung in Mecklenburg-Vorpommern einschließlich Hort für die Eltern kostenfrei. Auch das soll mit dem neuen Gesetz geregelt werden. Die Elternbeitragsfreiheit sei in der Anhörung sehr befürwortete worden, erklärte der SPD-Abgeordnete Jörg Heydorn im Anschluss. Allerdings gab es an der Qualität der Betreuung und an der Last für die Erzieher Kritik. So erklärte die Diakonie als ein großer Kita-Träger im Land, dass die Aufgaben für die Erzieher im Gesetzentwurf weiter wachsen würden und eine noch höhere Belastung zu befürchten sei. Es fehlten die Grundlagen für eine den Aufgaben angemessene Fachkraft-Kind-Relation und eine Strategie gegen den Fachkräftemangel.

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