Brauchtum : Martensmann mit Auto statt Pferdekutsche unterwegs

Stefan Pagel in seiner Rolle als historischer Lübecker Martensmann. /Archiv
Stefan Pagel in seiner Rolle als historischer Lübecker Martensmann. /Archiv

Mit dem Auto statt wie sonst mit einer Pferdekutsche ist am Freitag in Lübeck der Martensmann alias Stefan Pagel zu seiner traditionellen Reise nach Schwerin gestartet. Im Gepäck hat Pagel 150 Liter Rotwein, die er einem alten Brauch gemäß am Sonntag in Schwerin abliefern wird. Der Martensmann geht auf eine alte Lübecker Tradition zurück, benachbarten Städten zum Martinstag (11. November) Weinpräsente als Zeichen guter Nachbarschaft zu senden.

svz.de von
09. November 2018, 15:01 Uhr

Die Gabe galt als symbolische Steuer. Deshalb gehört noch heute ein Streitgespräch zwischen dem Martensmann und dem Schweriner Stadtoberhaupt, ob denn der Wein ein freiwilliges Geschenk der Lübecker oder eine Pflichtabgabe sei, zum Ritual der Weinübergabe. Am 11. November wurden bis in die Neuzeit Steuer, Pachten und Abgaben fällig.

Der 1520 erstmals urkundlich erwähnte Brauch erlosch 1817 und wurde 1991 auf Initiative des damaligen Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Björn Engholm wiederbelebt.

Auf dem Weg nach Schwerin macht der Martensmann in Schönberg und Rehna (beide Landkreis Nordwestmecklenburg) Station. Auch das hat Tradition. Dort schenkt er ebenfalls Rotwein aus und verteilt Süßigkeiten an die Kinder.

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