Landtag : Landtagsmehrheit gegen Rückkehrprämie für Ärzte

Der Landtag in Schwerin hat sich im Kampf gegen den Ärztemangel mehrheitlich gegen weitere finanzielle Anreize ausgesprochen. Der Antrag der oppositionellen AfD, rückkehrwilligen Medizinern, die sich im ländlichen Raum niederlassen, eine Prämie von 50 000 Euro zu zahlen, fand am Donnerstag bei den anderen vier Fraktionen keine Unterstützung.

svz.de von
20. Juni 2019, 14:18 Uhr

Der AfD-Abgeordnete Gunter Jess verwies in der Begründung des Antrags auf den wachsenden Ersatzbedarf in Kliniken und Arztpraxen. Ein Viertel der Mediziner im Land gehe in absehbarer Zeit in Ruhestand. Viele Ärzte wanderten zudem unter anderem wegen besserer Verdienstmöglichkeiten ins Ausland aus. Im Jahr 2015 hätten dies bundesweit 2143 Mediziner getan, 58,4 Prozent davon Deutsche.

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) verwies auf bereits laufende Bestrebungen von Regierung und Ärzteverbänden zur Sicherung der medizinischen Versorgung im Nordosten. Dazu gehöre das Stipendium von monatlich 300 Euro für Medizinstudenten, die nach Abschluss des Studiums im Land bleiben. Von 72 Stipendien seien bislang 37 vergeben. Landärzte könnten für ihre Niederlassung mit Zuschüssen von 100 000 rechnen, die je zur Hälfte vom Land und der Kassenärztlichen Vereinigung gewährt würden. Glawe räumte ein, dass Ärzte im Ausland teilweise deutlich höhere Einkünfte erzielten. «In der Schweiz liegt das Einkommensplus bei 30 bis 50 Prozent», sagte er.

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