Landtag : Landtag diskutiert über Insektensterben

Eine Schwebfliege hat sich auf einer Blüte niedergelassen. /Archiv
Eine Schwebfliege hat sich auf einer Blüte niedergelassen. /Archiv

Die Linke fordert sofortige Konsequenzen in der Landwirtschaft auf das dramatische Insektensterben. Als Hauptursachen seien der massive Einsatz von Herbiziden und Pestiziden, eine monotone Flächenbewirtschaftung und Klimaveränderungen bekannt. «Wir haben nicht in erster Linie ein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem», konstatierte die umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Mignon Schwenke, am Donnerstag im Landtag in Schwerin. Mit Forschung allein könne den Insekten nicht geholfen werden.

svz.de von
15. März 2018, 16:33 Uhr

Schwenke reagierte damit auf einen Antrag der Koalitionsparteien SPD und CDU, mit dem unter anderem weitere Ursachenforschungen und eine Unterstützung bundesweiter Maßnahmen gegen das Insektensterben gefordert werden. Zudem soll die Landesregierung binnen drei Monaten im Agrarausschuss über Maßnahmen zum Artenschutz berichten.

Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) hob die herausragende Bedeutung der Insekten für die Natur und die menschliche Ernährung hervor. Drei Viertel aller Lebensmittel könnten ohne Pflanzenbestäubung durch Insekten nicht produziert werden. Deshalb müsse der Respekt vor diesen Tieren entwickelt werden.

Landesweite, belastbare Daten zur Größe der Insektenpopulationen im Land längen aber nicht vor, sagte Backhaus. Er warb für einen dosierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Einhaltung von Fruchtfolgen und eine artengerechte Flurgestaltung. Kritisch äußerte er sich zur Vernichtung von tausenden Kilometern Heckenstreifen auf Äckern.

Ralf Borschke von der BMV-Fraktion warnte davor, den Agrarsektor als Hauptverursacher an den Pranger zu stellen. «Unsere Bevölkerung könnte sich dadurch weiter von der Landwirtschaft und ihren Herausforderungen entfernen», erklärte er.

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