Klima : Landesweit Tausende Schüler bei Klimademo

Bei der Demonstration unter dem Motto «Fridays for Future» werden verschiedene Plakate in die Höhe gehalten. /Archiv
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Bei der Demonstration unter dem Motto «Fridays for Future» werden verschiedene Plakate in die Höhe gehalten. /Archiv

Zu Hunderttausenden gehen die Schüler auf die Straße, um auf die Klimaveränderungen und ihre Forderungen an die Politik aufmerksam zu machen. «Jetzt fängt es an, dass die Botschaft ankommt», ist die Sprecherin der Bewegung in MV, Carlotta Petersen, überzeugt.

svz.de von
15. März 2019, 15:11 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern haben Schätzungen zufolge rund 3500 Schüler an der Klima-Demonstration «Fridays for Future» teilgenommen. Alleine in Rostock versammelten sich laut Polizei rund 1000 Menschen, in Schwerin rund 700. Weitere Demonstrationen gingen beispielsweise in Stralsund, Greifswald, Wismar, Bergen oder Neubrandenburg über die Bühne. Im vorpommerschen Anklam versammelten sich den Angaben zufolge 36 und im nahen Friedland 16 Schüler.

Die Sprecherin der «Fridays for future»-Bewegung in MV, Carlotta Petersen aus Boizenburg, sprach von landesweit 4600 Teilnehmern. «Wir sind mit der Teilnehmerzahl mehr als zufrieden», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. «Hut ab und weitermachen.» Jede Ortsgruppe würde für sich entscheiden, wie es weitergeht und in welchem Rhythmus weitergestreikt werde. Sie ging davon aus, dass vor allem bei den globalen Streiks zu weiteren Demonstrationen aufgerufen werden. «Jetzt fängt es an, dass die Botschaft ankommt.»

Überall trugen die Schüler Plakate und Pappschilder mit teils originellen Sprüchen, um ihren Sorgen Ausdruck zu verleihen. So war in Rostock «Schule 2030 - Hitzefrei im Februar» oder «Burn Calories not Coal» zu lesen. «Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut», riefen die Teilnehmer in Neubrandenburg. Manche von ihnen kamen im Klassenverbund und in Kolonnen unter Aufsicht ins Neubrandenburger Zentrum. «Wenn die Erde untergeht, fällt die Schule eh aus» und «Fällt Entscheidungen, keine Bäume» war zu lesen.

Redner und Schüler prangerten in Rostock die schlechte Klimapolitik der Bundesregierung an, die die Folgen der Veränderungen auf den Schultern der nachkommenden Generationen ablade. Gleichzeitig kuschle die Bundesregierung mit der Energie- und Autoindustrie anstatt wirksame Klimagesetze zu erlassen.

Unklar blieb zunächst, ob die Schüler mit oder ohne Genehmigung ihrer Schulen an den Demonstrationen teilnahmen. Offensichtlich waren einige Schulleiter nicht den Anweisungen der Schulämter beziehungsweise des Bildungsministeriums gefolgt. Danach war die Teilnahme an der Demonstration kein Grund, die Schulpflicht aufzuheben. «Wir werden mit den Schulleitern, die anders verfahren haben, Gespräche führen und die Sachlage erläutern», sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums.

«Wir finden es klasse, dass so viele junge Leute für unser Klima, für unsere Welt auf die Straße gehen», sagte die Vorsitzende der Linken-Bürgerschaftsfraktion, Eva-Maria Kröger. Aus den Demos könnten langfristige Verbesserungen erwachsen. «Wenn junge Menschen sich organisieren und ihre Meinung lautstark auf die Straße tragen, dann sollten wir alle zuhören.»

Die grüne Co-Landesvorsitzende Claudia Schulz forderte die Schulen und das Bildungsministerium auf, die Themen Klimaschutz und Demonstrationsrecht in den Unterricht zu bringen. Dies sei wichtiger, als mit Drohungen und Disziplinarmaßnahmen gegen streikende Schüler vorzugehen. «Die Zeit von Sonntagsreden ist vorbei. Genau deshalb ist es richtig, dass die Schülerstreiks in der Schulzeit stattfinden.»

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