Soziales : Kriegsopferversorgung: Zahl der Bezieher nur dreistellig

Grabsteine in Kreuzform stehen auf einem Kriegsgräberfeld auf einem Friedhof. /dpa/Archivbild
Grabsteine in Kreuzform stehen auf einem Kriegsgräberfeld auf einem Friedhof. /dpa/Archivbild

Mehr als 74 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs gibt es immer noch Menschen, die damals direkt oder indirekt Opfer geworden sind. Auch wenn ihre Zahl drastisch sinke, die moralische Verpflichtung sie zu unterstützen bleibe bestehen, sagt Sozialministerin Drese.

von
15. November 2019, 07:31 Uhr

Die Zahl der Menschen mit einer Kriegsopferversorgung ist in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Zu Beginn der 1990er Jahre waren es rund 43 000 Menschen, die eine solche Rente bezogen. Ende Oktober 2019 war ihre Zahl auf 990 gesunken, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) auf Anfrage berichtete. Am Sonntag ist Volkstrauertag. Der Tag gilt dem Gedenken an die Millionen Toten der beiden Weltkriege sowie an die Opfer von Kriegen und Konflikten nach 1945 bis in die heutigen Tage.

Mit Stand Oktober sei erstmals die Zahl der Bezieher von Kriegsopferversorgung nur noch dreistellig. Das Amt betreue aktuell 468 Kriegsbeschädigte, 509 Witwen und Witwer sowie 13 Kriegswaisen. Entsprechend dem Absinken der Zahl der Bezieher sei auch die Zahl der Betreuer geringer geworden, sagte Lagus-Chef Heiko Will. Anfang der 90er-Jahre haben sich noch etwa 100 Mitarbeiter um dieses Aufgabengebiet gekümmert, heute seien es ein bis zwei Beschäftigte. Zu den wichtigsten Aufgaben gehöre die Versorgung der betroffenen Personen mit Hilfsmitteln oder Zahnersatz, für ergotherapeutische und logopädische Behandlungen sowie für Badekuren.

«Wir haben eine moralische Verpflichtung den Menschen gegenüber, die vor rund 75 Jahren Opfer des furchtbaren Zweiten Weltkriegs geworden sind», betonte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD). Die rückläufige Zahl verdeutlicht nach ihrer Ansicht aber auch die lange Zeit des Friedens in Europa. Das geeinte Europa sei das größte Friedensprojekt dieser Zeit. «Das sollten gerade wir in Deutschland nie aus dem Blick verlieren und die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft als Mahnung ansehen, dass solche Greuel sich niemals wiederholen dürfen.»

zur Startseite
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen