Gewerkschaften : IG Metall Küste hat so viele Mitglieder wie noch nie

Das beleuchtete IG Metall-Logo ist an der Fassade der IG Metall-Verwaltungsstelle zu sehen. /dpa/Archivbild
Das beleuchtete IG Metall-Logo ist an der Fassade der IG Metall-Verwaltungsstelle zu sehen. /dpa/Archivbild

Ungewöhnliche Signale von der IG Metall vor der diesjährigen Tarifrunde: Die Gewerkschaft setzt auf eine schnelle Einigung ohne Streiks. Im Norden fühlt sich die IG Metall Küste dank steigender Verankerung in den Betrieben gut gerüstet.

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28. Januar 2020, 14:22 Uhr

Die IG Metall Küste hat im vergangenen Jahr 12 300 neue Mitglieder gewonnen. Netto - also abzüglich der gestorbenen oder ausgetretenen Metaller - erhöhte sich damit die Zahl der Mitglieder um 1300 auf einen Rekordstand von 183 700, wie die IG Metall Küste am Dienstag in Hamburg mitteilte. In den vergangenen sechs Jahren sei es Jahr um Jahr gelungen, die Mitgliederzahl zu steigern. «Das ist eine sehr gute Entwicklung», sagte Bezirksleiter Daniel Friedrich. Besonders erfreulich sei der Zuwachs bei Berufstätigen, Angestellten, Frauen und Jugendlichen.

Die meisten Mitglieder der IG Metall Küste arbeiten in Nordwest-Niedersachsen (50 350), gefolgt von den beiden Großstädten Hamburg (46 100) und Bremen (39 300). In Schleswig-Holstein (33 200) und Mecklenburg-Vorpommern (14 750) spiegeln geringere Mitgliederzahlen die industrielle Struktur wider. Dort gibt es nur wenige große Metall- und Elektrobetriebe.

Die IG Metall Küste bereitet sich gegenwärtig in regionalen Diskussionsveranstaltungen auf die bevorstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie vor. Die Branche befinde sich gerade in einem Abwärtstrend und müsse unterschiedliche Herausforderungen im Zusammenhang mit Digitalisierung und Klimaschutz bewältigen, sagte Friedrich. Dazu komme die aktuelle Konjunkturlage. Die IG Metall habe deshalb angeboten, noch in der Friedenspflicht zu einer Einigung über ein Zukunftspaket und Entgeltsteigerungen zu gelangen.

«Wir wollen den Instrumentenkasten füllen, auf den wir im Fall von akuten Problemen zurückgreifen können», sagte Friedrich. Nicht alle Betriebe seien zur gleichen Zeit und in gleichem Ausmaß von Strukturwandel oder Konjunkturflauten betroffen. Der Gewerkschaft gehe es um Instrumente wie Arbeitszeitkonten oder der Absenkung von Arbeitszeit mit teilweisem Lohnausgleich, wenn ein Betrieb in Schwierigkeiten gerät. Dazu stehen berufliche Qualifizierung, Altersteilzeit und Altersversorgung und die Sicherung von Standorten und Arbeitsplätzen auf dem Wunschzettel der IG Metall Küste.

Der Arbeitgeberverband Nordmetall hatte bereits in der vergangenen Woche positiv auf die Vorschläge der Gewerkschaft reagiert, aber seinerseits auf die Notwendigkeit von mehr Flexibilität verwiesen. Bis Montag soll klar werden, ob die Arbeitgeber die Initiative der Gewerkschaft aufnehmen und schon vor der vereinbarten ersten Verhandlungsrund am 16. März bereits im Februar in die Verhandlungen einsteigen.

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