Handwerk : Handwerk bleibt im Stimmungshoch

Ein Mann streicht eine Türzarge mit weißer Farbe. /Archivbild
Ein Mann streicht eine Türzarge mit weißer Farbe. /Archivbild

Dem Handwerk im Nordosten mangelt es nicht an Arbeit. Die Betriebe zeigen sich weiterhin sehr zufrieden mit der Auftragslage. Doch vielen fehlen inzwischen Fachkräfte, um alles auch abarbeiten zu können.

svz.de von
17. April 2019, 13:08 Uhr

Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern schwelgt im konjunkturellen Frühlingshoch. Wie die jüngste Umfrage im Kammerbezirk Schwerin ergab, bewerten 96 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. 65 Prozent bezeichneten ihre Situation als gut und damit noch einmal deutlich mehr als im Vorjahr. Der Anteil derer, die eine schlechtere Geschäftslage beklagen, halbierte sich auf 4 Prozent. Das Handwerk arbeite weiterhin auf Hochtouren. «Die Auftragsbücher sind voll, die Vorlaufzeiten haben sich noch weiter erhöht», konstatierte Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin. Die etwas gedämpften Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf hingen weniger mit der Nachfrage am Markt zusammen, sondern seien durch den akuten Nachwuchs- und Fachkräftemangel verursacht.

Zuvor schon hatte sich das Handwerk im Norden und Osten des Landes in bester Stimmung gezeigt. In der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern bezeichneten 92 Prozent der befragten Betriebe die aktuelle Geschäftslage als gut bis befriedigend. Die durchschnittliche Auftragsreichweite betrage elf Wochen. «Damit wurde die gute konjunkturelle Situation verstetigt», sagte Hauptgeschäftsführer Jens-Uwe Hopf. Zur weiteren Stabilisierung der wirtschaftlichen Strukturen sei aber die Politik gefordert. Hopf forderte mehr Tempo beim Ausbau des Breitbandnetzes im ländlichen Raum und Unterstützung bei der Sicherung des fachlichen Nachwuchses, etwa durch ein landesweites Azubi-Ticket.

In den landesweit 20 000 Handwerksbetrieben sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 117 000 Menschen beschäftigt, die einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro bringen. Nach Kammerangaben sind Handwerksbetriebe häufig schon über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus beschäftigt und können wegen eines massiven Fachkräftemangels neue Aufträge oft nur mit großer Verzögerung abarbeiten. An den Konjunkturumfragen der Kammern beteiligen sich jeweils etwa drei Prozent der Betriebe.

zur Startseite

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen