Gesellschaft : Frauen in kommunalen Spitzenämtern stark unterrepräsentiert

Eine Frau steht in einem Büro und erklärt eine an die Wand projizierte Statistik. /dpa/Archivbild
Eine Frau steht in einem Büro und erklärt eine an die Wand projizierte Statistik. /dpa/Archivbild

Die politischen Weichen werden zum Großteil immer noch von Männern gestellt. Frauen sind in Spitzenämtern die Ausnahme. Auch in den Parlamenten geben Männer den Ton an - auf allen Ebenen.

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20. November 2019, 15:00 Uhr

Nur jedes zehnte politische Spitzenamt in den Rathäusern kreisfreier Städte und in den Landratsämtern wird von einer Frau besetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Mecklenburg-Vorpommern mit seinen sechs Landkreisen und zwei kreisfreien Städten kommt mit einer Landrätin - Kerstin Weiss (SPD) in Nordwestmecklenburg - auf einen Frauenanteil von 12,5 Prozent.

In den Kreistagen und großen Stadtvertretungen im Nordosten liegt der Anteil weiblicher Abgeordneter mit durchschnittlich 24 Prozent zwar höher, doch sind Frauen auch dort klar in der Minderheit. Wie eine Erhebung der Landeswahlleiterin nach den Kommunalwahlen im Mai ergab, verzeichnet der Kreistag in der Mecklenburgischen Seenplatte mit 15,6 Prozent den geringsten, Vorpommern-Rügen mit 30,4 Prozent den höchsten Frauenanteil. Grüne und Linke besetzten ihre Mandate nahezu paritätisch mit Männern und Frauen, bei CDU, AfD und FDP liegt der Frauenanteil hingegen bei etwa 12 Prozent.

Auch in den Spitzenämtern der Länder und im Bund sind Frauen stark unterrepräsentiert: Neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sind mit Malu Dreyer (SPD, Rheinland-Pfalz) und Manuela Schwesig (SPD, Mecklenburg-Vorpommern) nur zwei von 16 Länder-Regierungschefs weiblich. Auf der Ebene darunter, den Ministerämtern, sei das Verhältnis von Männern und Frauen dagegen in Bund und Ländern fast gleich, teilte das Institut mit. Hier liege der Frauenanteil bei 42 Prozent. Im Nordosten sind drei der acht Ministerposten mit Frauen besetzt. Das entspricht einem Anteil weiblicher Minister von 37,5 Prozent. Im Landtag liegt der Frauenanteil bei 25 Prozent.

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