Tiere : Experten: Zoo-Forschung unterstützt Artenschützer

Löwenkinder erkunden gemeinsam mit der Löwenmama erstmals den Außenbereich der Löwensavanne im Erfurter Zoo. J.-U. Koch/dpa/Archiv
Löwenkinder erkunden gemeinsam mit der Löwenmama erstmals den Außenbereich der Löwensavanne im Erfurter Zoo. J.-U. Koch/dpa/Archiv

In Zoos gewonnene wissenschaftliche Daten können beim Schutz bedrohter Tierarten helfen, sagt eine neue Studie. Sie wurde bei einem Treffen von Zoospezialisten in Rostock vorgestellt. Thema war auch die Zusammenarbeit der Zoos mit Forschern und Artenschützern.

svz.de von
20. Juni 2019, 14:00 Uhr

Zoos leisten nach Ansicht des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ) einen wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten. «Wir erhalten bedrohte Arten und wir können sie auch züchten», sagte VdZ-Geschäftsführer Volker Homes am Donnerstag bei der Jahresversammlung des Verbands in Rostock. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben 71 wissenschaftlich geführte Zoos im deutschsprachigen Raum.

Im Fokus der Tagung, an der laut Homes 140 Zoospezialisten teilnahmen, stehe die Frage, wie der Austausch zwischen den Zoos und der Wissenschaft gestaltet werden könne. Eine auf dem Treffen vorgestellte Studie belege die Bedeutung der in Zoos gewonnenen Tierdaten für das Artenschutzmanagement. Dabei geht es um eine internationale Datenbank, in die die VdZ-Zoos teils seit 1981 Daten zu 5674 Wirbeltierarten eingespeisten, sagte Homes. Ihm zufolge sind dort 420 000 Datensätze gespeichert. Durch die Datenfülle würden Wissenschaftlern neue Erkenntnisse ermöglicht, denn echte Wildtiere zu beforschen sei viel schwieriger. Die Studie habe diesen Nutzen nun belegt.

«Wenn es keine Zoos geben würde, würde man sie erfinden», sagte Homes. «Zoos sind Teil der Lösung, wie man Arten erhalten und vermehren kann.» Auch heute noch als nicht gefährdet eingeschätzte Arten könnten morgen bedroht sein. Eine auf dem Treffen vorgestellte Forschung drehe sich daher um das Einfrieren von Zellen. Diese würden frisch gestorbenen Tieren entnommen und tiefgekühlt, überleben die Prozedur aber, so dass man aus ihnen wieder neue Tiere züchten könne. So jedenfalls die Hoffnung, denn ganz so weit ist die Forschung laut Homes noch nicht. Die Technologie könne aber die letzte Verteidigungslinie gegen das Artensterben sein, eine Art «Arche Noah im Frost», sagte er.

Neben dem Artenschutz sei die Umweltbildung der zweite große Auftrag für die Tierparks. «Wildtiere kann man eigentlich nur noch im Zoo beobachten», sagte Homes. Ziel sei es daher, die Nähe zum Tier zu vermitteln, weil sich vor allem bei Kindern die Erfahrungen tief einprägten. Ihm sei bewusst, dass Zoos immer auch kontrovers diskutiert werden, betonte jedoch, dass wissenschaftlich geführte Zoos Wert auf moderne und artgerechte Haltung der Tier legten.

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