Gesellschaft : Engagementstiftung des Bundes kommt nach Neustrelitz

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es seit vier Jahren eine Stiftung, die ehrenamtlich Tätige unterstützt. Nun plant auch der Bund eine solche Einrichtung. Sie soll nach Neustrelitz kommen.

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09. Oktober 2019, 16:46 Uhr

Die geplante bundesweite Ehrenamtsstiftung kommt nach Angaben von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach Neustrelitz. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Errichtung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt zugestimmt, wie das Bundesfamilienministerium mitteilte. Der Gesetzentwurf werde jetzt in den Bundestag eingebracht. Die öffentlich-rechtliche Stiftung ist ein Projekt der Bundesministerien für Familie, des Innern und für Landwirtschaft. Die Stiftung soll als zentrale Anlaufstelle Serviceangebote und Informationen für bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement bereitstellen.

Schwerpunkte der Arbeit sollen die Digitalisierung im Engagement, Entbürokratisierung, Nachwuchsgewinnung sowie die Engagementförderung auf dem Land und in Ostdeutschland sein. Die Stiftung soll Ehrenamtsstrukturen stärken sowie Bund, Länder, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vernetzen. Nach Angaben der Bundesministerien engagieren sich in Deutschland rund 30 Millionen Menschen für das Gemeinwohl, zum Beispiel in Sport- und Kulturvereinen, Kirchen, Rettungs- oder Umweltorganisationen. Das Engagement sei jedoch ungleich verteilt. Nur 9 Prozent aller Bürgerstiftungen und 15 Prozent aller Freiwilligenagenturen seien im Osten angesiedelt.

Früheren Angaben zufolge sind im Bundeshaushalt 32,5 Millionen Euro für die Stiftung vorgesehen. 100 Personalstellen sind geplant. Schwesig sagte, Neustrelitz sei ein hervorragender Standort. «Mit der Stiftung werden neue gute Arbeitsplätze in unserem Land entstehen.» Zudem passe die neue Einrichtung sehr gut zur Ehrenamtsstiftung MV, die im Land seit 2015 eine hervorragende Arbeit leiste.

Die Grünen im Bundestag äußerten sich skeptisch, ob die Unterstützung wirklich bei Vereinen und Organisation ankomme. Zudem würden Doppelstrukturen aufgebaut, etwa zur Ehrenamtsstiftung in Mecklenburg-Vorpommern und zu Freiwilligen- und Ehrenamtsagenturen. «Wir wollen eine Wende hin zu einer echten Förderstiftung, die ohne große Bürokratie und auch in kleinen Happen (lokale) Organisationen unterstützt», teilte ein Sprecher mit. Unter der Prämisse wäre auch eine Mehrausstattung der Stiftung von rund 50 Millionen Euro pro Jahr vorstellbar. 

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