Tourismus : Deutscher Tourismusverband fordert mehr Sommerferientage

Dichter Verkehr schiebt sich kurz hinter dem Autobahndreieck Inntal über die A8. /dpa
Dichter Verkehr schiebt sich kurz hinter dem Autobahndreieck Inntal über die A8. /dpa

Tourismus ist nicht schön, sondern eine starke Wirtschaftskraft, mit der viel Geld verdient und umgesetzt wird. Diese Botschaft soll vom Deutschen Tourismustag ausgehen. Die Touristiker fühlen sich von der Politik oft nicht verstanden.

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21. November 2019, 16:08 Uhr

Der Präsident des Deutschen Tourismusverbands, Reinhard Meyer, hat die Kultusministerkonferenz aufgefordert, von den Plänen einer drastischen Verkürzung des sogenannten Ferienkorridors Abstand zu nehmen. «Ich achte sehr die pädagogischen Argumente der Kultusministerkonferenz, aber die dürfen das nicht alleine sein», sagte Meyer am Donnerstag beim Deutschen Tourismustag in Rostock. Unter dem Ferienkorridor ist die Zeit zwischen dem ersten Sommerferientag des ersten Bundeslandes und dem letzten Ferientag des letzten Bundeslandes zu verstehen.

Es gebe derzeit Planungen, die Sommerferien nur noch in einen Korridor zwischen dem 1. Juli bis 10. September für alle Bundesländer zu legen, sagte Meyer. Dies entspreche 73 Tagen, aktuell liege der Korridor bei 85 Tagen. Meyer kritisierte auch, dass Nordrhein-Westfalen künftig zusammen mit Bayern und Baden-Württemberg gemeinsam Ferien haben möchte. Damit hätten die drei bevölkerungsreichsten Bundesländer gleichzeitig Ferien.

Dadurch verkürze sich der Urlaubszeitraum massiv, und die Quartiere würden ausgebucht sein, betonte Meyer. «Die Spannbreite, um wirtschaftlich zu arbeiten, haben wir dann nicht mehr.» Es sei auch nicht sozial, wenn die Familien mit schulpflichtigen Kindern, die über weniger Geld verfügen, die höchsten Preise zahlen müssen. Wegen der zu erwartenden Staus könne auch nicht von Nachhaltigkeit gesprochen werden.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) wies auf die volkswirtschaftlichen Verluste hin. Jeder wegfallende Ferientag bedeute für die deutsche Tourismusbranche einen Verlust von rund 100 Millionen Euro. «Wir wollen ja nicht mehr Ferien, sondern eine flexiblere Gestaltung ermöglichen», sagte er.

Die Diskussion um den Korridor mache das Kernproblem der Branche deutlich, sagte Meyer. «Tourismus ist schön, alle finden es gut zu verreisen. Aber das, was dahinter steht, nämlich Wirtschaftskraft und Beschäftigung, wird häufig vergessen.» Das sei in Berlin noch nicht richtig verstanden worden.

Weiter forderte er von der Deutschen Bahn eine bessere Anbindung abgelegener Tourismusregionen. Wenn jetzt viele Investitionen in die Deutsche Bahn getätigt würden, dann könne es nicht sein, dass das wieder nur auf den Hauptverkehrsstrecken geschehe, sagte Meyer. Das Geld, das die Bundesregierung zur Verfügung stellt, müsse genutzt werden, damit die Urlauber diese Regionen schnell und sicher erreichen können. Meyer erwähnte dabei Regionen wie den Hunsrück, den Bayerischen Wald, das Saarland oder auch Mecklenburg-Vorpommern.

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