Regierung : Bischof zum MV-Tag: Vielfalt besser als Abgrenzung

Für den Mecklenburg-Vorpommern-Tag vom 18. bis 20.05.2018 sind Zelte und Bühnen auf dem Neuen Markt vor dem Rathaus aufgebaut. /aktuell
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Für den Mecklenburg-Vorpommern-Tag vom 18. bis 20.05.2018 sind Zelte und Bühnen auf dem Neuen Markt vor dem Rathaus aufgebaut. /aktuell

Bei prächtigem Frühlingswetter hat am Samstag in Rostock der Mecklenburg-Vorpommern-Tag begonnen. Da fiel es der Ministerpräsidentin nicht schwer, das Land kräftig zu loben. Der Bischof der Nordkirche richtete auch mahnende Worte an die Besucher.

svz.de von
19. Mai 2018, 18:40 Uhr

Das in den vergangenen Wochen so wechselhafte Wetter hat es am Samstag zum Auftakt des zweitägigen Mecklenburg-Vorpommern-Tages richtig gut mit Rostock gemeint: Die Sonne schien den ganzen Tag und mehrere Zehntausend Menschen zogen durch die Innenstadt vom Neuen Markt über den Universitätsplatz zum Kröpeliner Tor und hinunter zum Stadthafen. In der Stadt waren knapp 100 Pagodenzelte aufgebaut, wo sich die Landesregierung, die Landkreise, Universität und Uniklinik, diverse Institute und viele Initiativen präsentierten. Der Universitätsplatz war zu einem großen Spielplatz umfunktioniert worden, auf der Hauptbühne war den ganzen Tag Programm.

In dieser Atmosphäre hatte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bei der Eröffnung leichtes Spiel, das «hochattraktive Land» als ein «Land zum Leben und Arbeiten» zu bezeichnen. Sie hob die sanierten Städte und Dörfer mit der traumhaften Natur ringsherum hervor. Gleichzeitig zeichne sich das Land durch sehr gute Bedingungen für Wirtschaft und Wissenschaft und durch eine große kulturelle Vielfalt aus. «Ich wünsche mir, dass diese gute Stimmung auf dem MV-Tag jeder von uns mitnimmt in den Alltag - fröhlich, sonnig, nach vorne gerichtet mit Zuversicht.»

Zuvor hatte der Bischof der Nordkirche, Andreas von Maltzahn, die Menschen in MV zu einem stärkeren Miteinander aufgerufen. Mit Abgrenzung könne Verunsicherung nicht überwunden werden, sagte von Maltzahn in einer Andacht. Der Bischof in den Sprengeln Mecklenburg und Pommern bezog sich dabei auf das Motto der zweitägigen Veranstaltung «800 Jahre Rostock - Vielfalt entdecken im Land zum Leben!». Er träume von einem Land zum Leben, das seine Vielfalt nicht argwöhnisch beäugt, sondern als Reichtum versteht. «Ein Land, das seine Schätze freimütig teilt, weil es weiß: Das Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.»

Deutlich sichtbar war das Bemühen der Veranstalter, den MV-Tag als größtes Bürgerfest für alle erlebbar zu machen. So gab es zum ersten Mal taktile Lagepläne mit einer Legende in Braille-Schrift und die Reden wurden simultan von einer Gebärden-Dolmetscherin übersetzt.

Alle Minister der Landesregierung waren in Rostock und stellten sich den Fragen und Anregungen der Besucher. So berichtete Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU), dass am Stand mehr als 300 Broschüren «Das Betreuungsrecht» verteilt worden seinen. «Das Glücksrad ist der Zugang zum Gespräch.» Dauerbrenner war die geplante Personalaufstockung in der Landesjustiz, die von der Koalition beschlossen wurde und noch vom Landtag bestätigt werden muss.

«Wir können hier mit Menschen sprechen, die wir sonst nicht erreichen», sagte der Chef der Landeszentrale für politische Bildung, Jochen Schmidt.

Für den Landrat des Kreises Rostock, Sebastian Constien (SPD), war der MV-Tag in erster Linie eine Gelegenheit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. «Die Leute sind hier, um etwas zu erleben.» Es gehe aber wie bei den anderen Landkreisen darum, Eigenwerbung zu betreiben und damit letztlich auch den Tourismus zu fördern.

Bis Sonntag gibt es in der ganzen Stadt unzählige Möglichkeiten, das Land, seine Regionen und Institutionen oder touristische Highlights kennenzulernen oder Unterhaltungsprogramme zu verfolgen. Zum alle zwei Jahre stattfindenden «MV-Tag» wurden fast 100 Ausstellungszelte und vier Bühnen aufgebaut.

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