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Vogelpest im Zoo Rostock : Zwölf Störche getötet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schock in Rostock / Anlage gestern geschlossen / Auch 23 Enten gekeult

von
erstellt am 08.Jan.2015 | 21:00 Uhr

Schock im Rostocker Zoo: Ein am Montag plötzlich verstorbener Weißstorch war mit dem hochansteckenden Vogelpest-Virus H5N8 infiziert. Das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems hatte den Vogel untersucht und am Mittwochabend den gefährlichen Influenzavirus nachgewiesen. Damit ist der gefürchtete Erreger erstmals in Deutschland bei einem Zoo-Tier festgestellt worden, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) gestern.

Noch weiß niemand, wie sich der Storch angesteckt haben könnte. Denn das Tier war im Stall und hatte keinen Kontakt zu Wildtieren.

Unklar ist auch, ob im Rostocker Zoo weitere Tiere an der Vogelpest erkrankt sind. Zwei Störche, die in unmittelbarer Nähe des infizierten Tieres lebten, sind bereits am Wochenende aus bislang unbekannter Ursache gestorben. Die Kadaver waren in eine Gefriertruhe gelegt worden und mussten für die Untersuchungen im Friedrich-Löffler-Institut erst aufgetaut werden. „Die Ergebnisse der Untersuchungen stehen deshalb noch aus“, sagte Zoo-Direktor Udo Nagel.

Die Folgen sind hart: Zwölf Weißstörche mussten gestern von einem Tiermediziner getötet werden. Ferner wurden 23 Enten, die im gleichen Stallgebäude untergebracht waren, gekeult. „Von einer weiteren Tötung anderer Geflügelarten wird vorerst abgesehen, bis weitere Ergebnisse vorliegen“, so Nagel. Dazu würden alle im Zoo gehaltenen Vögel untersucht. Experten analysieren auch Futtermittel und Einstreu. Im Rostocker Zoo leben 4500 Tiere – darunter etwa 500 Vögel in 85 Arten.

Gestern musste die Einrichtung geschlossen bleiben. Teilbereiche sind aber von heute an wieder offen. Solange der Zoo nur teilweise geöffnet ist, wird für den Eintritt der halbe Preis fällig. Das Darwineum bleibt geöffnet. 

In einem Radius von zehn Kilometern um den Zoo sei eine Überwachungszone eingerichtet worden, in der Geflügelhaltungen  untersucht werden. Bislang sei eine Tötung von Vögeln in diesem Umkreis aber nicht vorgesehen, sagte Backhaus.

„Der jetzt festgestellte Fall zeigt leider, dass die Gefahr der Ausbreitung der Geflügelpest nicht gebannt ist“, so der Minister. Erstmals in Europa war ein Geflügelpestvirus dieses Typs im November vergangenen Jahres in einer Putenfarm in Heinrichswalde (Landkreis Vorpommern-Greifswald) aufgetaucht. Danach sind in dem Mastbetrieb 30    000 Mastputen getötet worden.

Bislang ist laut Backhaus weltweit kein Fall bekannt, bei dem sich ein Mensch mit dem H5N8-Virus angesteckt hat.

 

 

 

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