Flüchtlinge in MV : Zwölf Millionen Euro für Integration

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26. Januar 2016, 21:00 Uhr

Die Bundesagentur für Arbeit stellt in diesem Jahr mehr als zwölf Millionen Euro bereit, um Migranten in Mecklenburg-Vorpommern für den Arbeitsmarkt fit zu machen.

Mit verschiedenen Programmen soll herausgefunden werden, wofür Flüchtlinge qualifiziert sind und welcher Beruf zu ihnen passen könnte. Das sagte gestern die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann. Die Programme tragen Namen wie „Perspektiven für Flüchtlinge“ und „Perspektiven für jugendliche Flüchtlinge“.

Eine Herausforderung sei, dass Berufsausbildungen nach deutschem Muster etwa in Syrien nahezu unbekannt seien, sagte Haupt-Koopmann. Dennoch hätten viele Zuwanderer Qualifikationen. Da arbeite zum Beispiel jemand seit zehn Jahren als Herrenfriseur und könne das auch – ein ausgebildeter Friseur hierzulande müsse jedoch auch das Damenfach beherrschen. Seit Anfang 2015 sind rund 24 000 Flüchtlinge im Nordosten registriert worden.

Das Integrationsministerium schätzt, dass etwa ein Drittel davon im Land bleibt. Nach Haupt-Koopmanns Worten ist Geduld bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt nötig. Integrationsministerin Birgit Hesse (SPD) mahnte in Richtung der Migranten: „Wer jetzt das schnelle Geld verdienen will und lieber eine unqualifizierte Beschäftigung aufnimmt als an der eigenen Fortbildung zu arbeiten, wird langfristig auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland keine Chance haben.“

Im vergangenen Jahr ist die Erwerbslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern auf den tiefsten Stand seit vielen Jahren gesunken. Nach Worten von Haupt-Koopmann waren im Jahresdurchschnitt 86 095 Menschen erwerbslos und damit erstmals weniger als 90 000. Aus diesem Grund stehen – ohne die Flüchtlingsprogramme – im neuen Jahr 6,3 Millionen Euro weniger für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zur Verfügung. 

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