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Hansestadt Wismar : Zwischenbericht zum Fall Holthoff

vom

113 000 Euro hatte der Geschäftsführer in die eigene Tasche gewirtschaftet – und war dann abgetaucht. Der Fall Heinz Holthoff wirbelte in Wismar viel Staub auf. Jetzt wurde ein Zwischenbericht zur Aufklärung vorgelegt.

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erstellt am 23.Apr.2013 | 07:06 Uhr

Wismar | 113 000 Euro hatte der Geschäftsführer in die eigene Tasche gewirtschaftet - und war dann abgetaucht. Der Fall Heinz Holthoff wirbelte in der Hansestadt Wismar viel Staub auf. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) musste sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht genau hingeschaut zu haben. Nun hat die Stadt einen Zwischenbericht zum Stand der Aufklärung vorgelegt.

Als Chef der Wirtschaftsfördergesellschaft und der Sanierungsgesellschaft hatte Holthoff von Geschäftskonten Geld für die eigene Tasche abgezweigt. Als die Sache aufflog, verschwand er. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, die Stadt entließ ihren Beamten. Laut Bericht war Holthoff mit viel Akribie zu Werke gegangen. Als Chef der städtischen Gesellschaften hatte er Vollmachten für die Geschäftskonten, von denen er das Geld abhob. Offiziell deklarierte er es als Sicherheitsleistungen für Zwangsversteigerungen. Weil er dafür aber keine Belege hatte, fälschte er sie und konnte auch damit eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft täuschen. Das gelang wohl, weil der Geschäftsführer auf Details achtete: Die erfundenen Nachweise waren mit Datum von Zwangsversteigerungsverfahren, Mindestgebot und einer Sicherheitsleistung versehen. Um keinen Verdacht zu erregen, orientierte sich Holt hoff an realen Verfahren und wählte Objekte aus, aus denen sich tatsächlich ein Bezug zur Stadt ableiten ließe, erklärte ein Stadtsprecher. Schaden: 80 590 Euro für die Wirtschaftsfördergesellschaft und 33 199 Euro für die Sanierungsgesellschaft. An den Konten der letzteren Gesellschaft bediente er sich seit 2011. Für die Wirtschaftsgesellschaft wird der Zeitraum nicht näher benannt. Entdeckt wurde der Schwindel Ende 2012. Der Aufsichtsrat der Wirtschaftsfördergesellschaft forderte Holthoff auf, das Guthaben zurückzuholen. Das konnte er nicht.

Als Konsequenz wurde er entlassen und seine Beamtenbezüge gekürzt. Über die Höhe der Kürzung muss noch ein Gericht entscheiden, sagte der Stadtsprecher. Mit der Besoldungsstufe A 15 (über 5000 Euro Brutto-Monatsgehalt) gehört der frühere Kämmerer der Stadt, zu den bestbezahltesten Beamten Wismars.

Die Hansestadt müht sich nun, solchen Missbrauch zukünftig zu verhindern. Ein Leitfaden zur guten Unternehmensführung wurde in Kraft gesetzt, zudem soll die Stabsstelle für die Beteiligungsgesellschaft personell verstärkt werden. Vor allem aber soll nicht mehr eine Person mehrere Posten bekleiden.

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