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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 21:40 Uhr

Zwischen Ostsee und Alpen

vom

svz.de von
erstellt am 28.Mär.2012 | 09:27 Uhr

Rostock | Christian Nitschke ist gebürtiger Rostocker. Nach seiner Lehre als Schiffbauer blieb er bis zur Wende auf der Neptun-Werft. Danach arbeitete er fünf Jahre für die Howaldtswerke - Deutsche Werft in Kiel. Als er 1997 beschloss, eine Ausbildung zum Informatik-Kaufmann zu beginnen, ahnte er nicht, dass er wenige Jahre später allwöchentlich von Rostock in die Schweiz pendeln würde. "Für mein Geschäftsmodell als selbstständiger IT-Consultant kamen nur mittelgroße oder große Unternehmen in Frage. Deren Anzahl war und ist hier im Norden eher gering", sagt der 49-Jährige und zweifache Familienvater. So entschloss er sich ganz pragmatisch zu pendeln.

Mit der Geburt der beiden Töchter vor acht und sechs Jahren sei natürlich eine neue Situation entstanden. Seine Frau Gabriela und er hätten aber nie daran gedacht, Rostock als Familienmittelpunkt aufzugeben: "Die Stadt hat für uns eine hohe Lebensqualität. Die Schule, der Kindergarten, die Arbeit meiner Frau als Grafikdesignerin, die Großeltern vor Ort - unser familiäres Umfeld ist stabil, und das ist sehr wichtig", sagt Nitschke. Rostock ist und bleibt für ihn seine Heimat.

Auch bei der großen NNN-Serie "Lebenswert" spielt das Pendeln eine Rolle. Bei der Frage, wie die Rostocker die Verkehrsanbindung für Pendler bewerten, vergaben 75 Prozent die Noten Eins, Zwei und Drei. Für viele seien die Anbindungen ausreichend, auch wenn die Abfahrtszeiten in den späten Abendstunden noch ausbaufähig seien. Nur 14 Prozent benoten das Angebot mit einer Vier, Fünf oder Sechs. Die Noten für Bus und Bahn sind deutlich besser: 82 Prozent zeigen sich zufrieden. Dietrich Jacobs bemängelt vor allem den Wegfall des Kurzstreckentickets. Ein Zustand, den viele kritisieren.

Nitschke ist davon nicht betroffen. Er arbeitet seit vier Jahren in der Schweiz für ein großes medizintechnisches Unternehmen. Es liegt zwischen Basel und Zürich. So kann er beide Flughäfen nutzen und kommt über Berlin oder Hamburg nach Hause. Das habe sich inzwischen als Alltag eingependelt, auch wenn er die Strecke am Freitagnachmittag Richtung Norden, Rostock und Familie lieber auf sich nehme als die Rückreise Sonntagabend.

Die Schweiz sei nach fünf Jahren durchaus seine zweite Heimat geworden. Er möge die Mentalität der Leute, sie seien ähnlich zurückhaltend wie die Norddeutschen und träten nicht so fordernd auf. Die Pfingsttage wird Familie Nitschke in der Schweiz verbringen, Wanderung mit Blick auf weiße Berggipfel inklusive.


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