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SV Post Schwerin : Zwischen Erleichterung und Frust

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Für die Handballer des SV Post Schwerin ist das Kapitel 2. Liga so gut wie beendet. Das Team von Trainer Christian Prokop verabschiedete sich am Mittwoch im vorerst letzten Heimspiel von seinen Fans.

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erstellt am 18.Okt.2012 | 08:00 Uhr

Schwerin | Für die Bundesliga-Handballer des SV Post Schwerin ist das Kapitel 2. Liga so gut wie beendet. Das Team von Trainer Christian Prokop verabschiedete sich am Mittwochabend im vorerst letzten Heimspiel von seinen Fans. Und wie die Jungs das taten, nötigte einfach Hochachtung ab.

Taktisch hervorragend eingestellt, holten sie sowohl spielerisch als auch taktisch noch einmal alles aus sich heraus. Lohn war ein 33:24 (16:11)-Kantersieg gegen den bestens besetzten Aufsteiger SV Henstedt, der in seinen Reihen mindestens acht Akteure besaß, die bereits jede Menge Erst- und Zweitligaerfahrung sammeln konnten.

Dagegen nahm sich das Häuflein der verbliebenen sieben Feldspieler und zwei Torwarte bei Post Schwerin geradezu bescheiden aus. Doch angetrieben von 1812 Zuschauern gaben die Post-Handballer von Beginn an Gas und versüßten sich ihren Abschied zumindest sportlich.

Insofern war die Stimmung in der Kabine natürlich außerordentlich gelöst. Das Gefühl, es noch einmal allen gezeigt zu haben, erzeugte Erleichterung. Allerdings konnte man aus den Worten von Kapitän Stephan Riediger auch eine Menge Frust hören. "Was soll ich zum Abschied sagen. Es ist einfach nur eine Katastrophe, für die Mannschaft, mich und den Handball in Schwerin."

Für Torwart-Oldie Igor Levshin, der ab Montag zum Lehrgang der russischen Nationalmannschaft reist und schon jetzt für die WM im Januar in Spanien fest nominiert ist, beginnt die Vereinssuche. "Eine Zeitlang kann man ohne Club sein, aber dann braucht man wieder seinen Rhythmus." Als Gast hatte sich Alexander Ladig unter seine ehemaligen Kameraden gemischt. Nicht weniger als 18 Jahre hatte er sich um den Post-Handball verdient gemacht. "Und jetzt dieses Ende, unvorstellbar." Für einige Postler ist noch völlig unklar, wie es mit ihnen weitergehen soll. Wer ausschließlich vom Handball leben muss, dürfte in Schwerin kaum seine Zukunft sehen.

Doch wer am Mittwoch mit offenen Ohren durch die Halle ging, spürte auch schon wieder etwas von Aufbruchstimmung. Für viele ist der Schuldenschnitt der zunächst richtige Weg. "Wir müssen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen", sagte unter anderem Ralf Biege, der sich über viele Jahre als Sponsor verdient gemacht hat.

Für den Fanclub ist die zukünftige Liga ohnehin unwichtig. "Wir stehen zu dieser Mannschaft, wo auch immer sie spielt", war von Michael Lehmann zu hören.

Vielleicht kam die in den letzten Wochen von vielen Seiten angebotene Hilfe zu spät. Für einige Akteure der aktuellen Mannschaft ganz gewiss, aber nicht für den Aufbruch zu neuen Ufern. Alle Post-Verantwortlichen müssen sich schnellstens an einem Tisch versammeln, um das untergehende Boot vor dem Versinken zu retten. Es besteht die Möglichkeit, die Schweriner Handballtradition in nicht allzu ferner Zeit fortzusetzen.

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