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Mecklenburg-Vorpommern

25. September 2017 | 00:51 Uhr

Lübz : Zwillingstod: Anklage gegen Oma

vom

svz.de von
erstellt am 01.Nov.2011 | 06:54 Uhr

Lübz | Es war eine Tragödie, die viele Menschen schockiert und den Sommer 2010 auf dramatische Weise überschattet hat: Lin-Jennifer und Fenja-Sophie - zwei 16 Monate alte Zwillingsmädchen - sind damals in Broock in einem Gartenteich ertrunken. Was als schöner Sommertag begann, endete für die Geschwister mit dem Tod. Jetzt, knapp ein Jahr und vier Monate später, soll die Oma der beiden Mädchen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat gegen die 58-Jährige Anklage beim Schöffengericht des Amtsgerichts Parchim erhoben. Der Frau wird wird die fahrlässigen Tötung in zwei Fällen vorgeworfen.

Während die Großmutter schlief, ertranken die beiden Mädchen

Rückblick: Am 3. Juli 2010 passte die Großmutter auf ihre beiden einjährigen Enkeltöchter in einem Schrebergarten auf. Ihre Tochter hatte sie darum gebeten. Während die Kinder in ihrer Obhut waren, soll die Angeschuldigte erhebliche Mengen an Alkohol getrunken haben. Mit im Garten soll auch der damals 22-jährige Bruder der Zwillingsmutter gewesen sein. Als er gegen Abend das Grundstück für eine halbe Stunde verlassen hatte, soll die Großmutter infolge ihres Alkoholkonsums eingeschlafen sein. Sie bemerkte nicht, welches Unglück sich anbahnte: Die beiden kleinen Mädchen entdeckten beim Spielen den Gartenteich. Das etwa fünf Quadratmeter großen und ca. 70 Zentimeter tiefe Gewässer war nicht gesichert. Die beiden Kleinkinder fielen in den Teich und ertranken darin. Familienangehörige entdeckten die bereits leblosen Mädchen kurze Zeit später und alarmierten die Rettungskräfte. Diese konnten die Mädchen zunächst zwar noch reanimieren.Nachdem die Zwillinge per Hubschrauber in das Klinikum Schwerin verbracht wurden, verstarben sie kurze Zeit später.

Die Staatsanwaltschaft hatte damals sofort ein Ermittlungsverfahren gegen die Großmutter eingeleitet. Sie wird sich demnächst vor Gericht verantworten müssen, weil sie ihre Sorgfaltspflicht vernachlässigt haben soll. Im Falle einer Verurteilung wegen fahrlässigen Tötung droht ihr eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe, teilt Stefan Urbanek, Sprecher der Schweriner Staatsanwaltschaft, mit. Er weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gelte.

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