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Zweite Miete steigt auch im Nordosten weiter

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erstellt am 25.Aug.2013 | 08:28 Uhr

Rostock/Berlin | Kosten für Heizung und Warmwasser treiben die Belastungen für Mieter weiter in die Höhe. Nach dem jetzt vorgelegten neuen Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes (DMB), dem Abrechnungsdaten aus dem Jahr 2011 zugrunde liegen, machen die "warmen Betriebskosten" mittlerweile 55 Prozent der gesamten Mietnebenkosten aus.

Mieter in Mecklenburg-Vorpommern müssen aber nach Angaben des in Rostock ansässigen DMB-Landesverbandes immer noch weniger Betriebskosten zahlen, als im Bundesdurchschnitt anfallen. "Im Durchschnitt aller Mieterhaushalte hier im Land fielen 2011 pro Quadratmeter und Monat Mietnebenkosten in Höhe von 2,13 Euro an", so der Justiziar des DMB-Landesverbandes Kai-Uwe Glause. Der Bundesdurchschnitt lag bei 2,20 Euro pro Quadratmeter und Monat. Wenn alle umlagefähigen Betriebskosten - also beispielsweise auch solche für Fahrstuhl, Hausmeister oder professionelle Gebäudereinigung, die längst nicht in jedem Mietshaus anfallen - zugrunde gelegt würden, könnte die zweite Miete für jeden Quadratmeter Wohnfläche sogar auf bis zu 2,97 Euro im Monat klettern. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung mussten in so einem Fall 2011 allein 2851,20 Euro nur an Betriebskosten aufgebracht werden.

Gründe für das vergleichsweise niedrige Betriebskosten-Niveau in Mecklenburg-Vorpommern hat Glause einerseits im unterdurchschnittlichen Grundsteuer-Niveau ausgemacht. Andererseits würden hier - wie auch in anderen ostdeutschen Bundesländern - deutlich geringere Kosten für die Gebäudereinigung anfallen. "Das kann mit der Größe der Wohnungsbestände zu tun haben, aber auch mit dem niedrigeren Lohnniveau in der Reinigungsbranche", mutmaßt er. Auf dem Land würde die Reinigung häufig noch von den Mietern übernommen, auch das senke die Höhe der umlagefähigen Kosten, so Glause. Gerade in ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns seien Mieter dafür aber überproportional durch Abgaben für Trink- und insbesondere Abwasser belastet. Schuld seien überdimensionierte Kläranlagen, die unmittelbar nach der Wende gebaut wurden.

Für den Abrechnungszeitraum 2012 erwartet der Mieterbund-Experte einen weiteren Anstieg der Betriebskosten. Dann würden sich auch die steigenden Kosten durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz auf den Abrechnungen der Mieter widerspiegeln.

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