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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 12:40 Uhr

Zweite Klappe gegen rechte Dummheit

vom

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2013 | 11:10 Uhr

„Die Jugendlichen, die sich trauen, gegen rechte, dumme Sprüche und gegen Gewalt aufzutreten, müssen wir stärken“, erklärt Delphine Wollenberg von der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA). Denn in Mecklenburg-Vorpommern seien rechtsextreme Einstellungen nach wie vor weit verbreitet. Rassistische, beleidigende und Gewalt verherrlichende Sprüche, Schmierereien, Witze und Diskussionsbeiträge, aber auch Bedrohungen begegnen vielen jungen Menschen. „Und dies oft alltäglich, ob an der Bushaltestelle, in der Schule oder Universität, in sozialen Netzwerken im Internet, im Jugendclub oder bei der Arbeit“, zählt die Projektleiterin auf. Mit ihrer Aktion „Klappe gegen rechts“ wolle die RAA deshalb junge Menschen auffordern, sich selbst gegen Rechtsextremismus zu positionieren.


Im vergangenen Jahr startete die „Klappe gegen rechts“ mit knapp dreißig Bewerbern. Für die nun anlaufende zweite Staffel haben sich ebenso viele beworben und die Jury, in der namhafte Filmkenner wie der Regisseur Christian Schwochow, die Schauspieler Ralph Kretschmar und Hinnerk Schönemann sowie der Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Jochen Schmidt mitmachten, hat für 2013 zehn Projektvorschläge von Jugendlichen ausgewählt. Jedes Gewinnerteam bekam für das Umsetzen der eigenen Idee ein professionelles Drehteam an die Seite und bis zu 4000 Euro Förderung.

Mit insgesamt 205000 Euro wird die „Klappe gegen rechts“ durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. In diesem Jahr haben sich bei der RAA Viertklässler und junge Erwachsene gemeldet, Filmprofis und politische Aktivisten, „die noch nichts das Geringste vom Drehalltag wissen“, erläutert die Politikwissenschaftlerin. Die fertigen Filme sollen am 9. August in Schwerin präsentiert werden.

Gefilmt wird in diesem Jahr unter anderem in Güstrow. Dort dreht „Snail Productions“ einen Kurzfilm, in dem ein jugendlicher Comicfan mit seinem eigenen Superhelden gegen den schleichenden Rechtsextremismus in seiner Heimat kämpft. In Stralsund startet die „Baltic Sea Production“ eine große Schulumfrage zum Nationalsozialismus. In Schwerin fragt Mafrademihe in der zweiten Staffel der „Klappe gegen rechts“ filmisch nach dem Unterschied zwischen Wahrheit und Wirklichkeit. Anhand drastischer Konfliktsituationen zwischen Rechtsradikalen und Migranten soll klar werden, wie wichtig es ist, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen. In Stavenhagen dreht die „Anti-Rassismus-Aktion“ einen Ratgeber, wie man auf Angreifer reagieren kann, wie man sich Hilfe holt und wie man sich verhalten kann.

Die Feldberger „my zwo cents“ kümmern sich in ihren politischen Streifen um einen mutigen Aussteiger.
Die „TBP Produktion“ bastelt in Hagenow-Heide an einem Spot, in dem Offenheit und Toleranz künstlerisch mit Tönen und Farben dargestellt werden. Die Gammeliner Grundschulkids finden, dass nur Deutsch allein auch nicht glücklich macht. Dafür drehen die jüngsten Teilnehmer dieses Projektdurchgangs zwei Versionen ihres Schulfestes. In Schwinkendorf will „Green Pepper“ Rechtsextremismus satirisch angehen und der Neubrandenburger „Querschlag“ zeigt in einem Hiphop-Video, dass Nationalsozialismus nicht immer leicht zu erkennen ist. Das Neustrelitzer Team Banana Monkey erzählt filmisch die Geschichte von einem Neonazi, der sich in ein russisches Mädchen verliebt und von seinen Kameraden nicht loskommt.

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