Fremdsprachen : Zweisprachig lernen? Nicht in MV

Die „Future Kids“ fühlen sich richtig wohl in der neuen Kindertagesstätte im Mueßer Holz. Knapp 180 Heranwachsende werden zweisprachig betreut.
Die „Future Kids“ fühlen sich richtig wohl in der neuen Kindertagesstätte im Mueßer Holz. Knapp 180 Heranwachsende werden zweisprachig betreut.

Angebote in Kinderschuhen / Nur Schwerin und Rostock

svz.de von
03. November 2014, 07:50 Uhr

Die zunehmende Bedeutung von Fremdsprachen lässt deutschlandweit die Zahl zweisprachiger Kindergärten und Grundschulen ansteigen. In Mecklenburg-Vorpommern allerdings fremdeln Bildungsstätten mit Englisch und Französisch. Landesweit haben sich bisher lediglich zwei Kindergärten in Rostock und Schwerin der spielerischen Vermittlung mehrerer Sprachen verschrieben. Außerdem gibt es eine Grundschule in Laage bei Rostock mit teilweise bilingualem Unterricht. Fünf staatliche Gymnasien und drei Privatschulen bieten mehrsprachiges Lernen an.

Darüber hinaus plant das Land derzeit keine weiteren bilingualen Schulen, wie eine Sprecherin des Kultusministeriums mitteilte. Das Angebot am Recknitz-Campus Laage werde als „attraktiv“ eingeschätzt insbesondere für Kinder von Lehrkräften der Universität mit „ausländischem Hintergrund“, hieß es aus dem Ministerium. Die Schule in Laage bietet nach eigenen Angaben bilinguale Module mit zehn englischen Unterrichtsstunden pro Woche in Mathematik, Kunst, Werken und Sachkunde an. „Englisch gehört täglich zum Lernen dazu. Eine muttersprachliche Fremdsprachenassistentin bereichert das Angebot“, heißt es auf der Internetseite. Genutzt werde Lehrmaterial aus Großbritannien und den USA.

Kritik am fehlenden mehrsprachigen Schulunterricht im Nordosten meldeten die beiden bilingualen Kindergärten an. Die Vermittlung mehrerer Sprachen von klein auf sollte Schule machen, betonte Christina Fiedler, Abteilungsleiterin beim Kita-Träger AWO in Rostock. Im Rostocker Kindergarten „Rappelkiste“, seit 1993 bilinguales Pilotprojekt im Land, betreuen sechs deutsche und sechs ausländische Erzieher – englische sowie französische Muttersprachler – zusammen 126 Drei- bis Sechsjährige. „In spielerischer Form fließt die Sprachvermittlung in den Alltag ein“, sagte Fiedler. So würden schon früh wesentliche Grundlagen gelegt.

Ein ähnliches Konzept wird auch in der Schweriner Kita „Future Kids“ im Plattenbaugebiet Mueßer Holz angewandt. Insgesamt 178 Kinder werden dort von 25 Erziehern versorgt, jeder zweite Betreuer spricht ausschließlich englisch. So lernen die Kinder neben ihrer deutschen Muttersprache das Englische in spielerischer Form, wie es im Konzept heißt.

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