Reaktionen : Zwei A8: Leser sind empört

a8

Zwei Limousinen für Landtagspräsidentin Bretschneider? „Politisch eitel und arrogant“

svz.de von
04. April 2017, 21:00 Uhr

Der Beitrag in unserer Zeitung über eine zweite Audi-Limousine für Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) hat dem Pressebüro im Schweriner Landtag offenbar einige weitere Nachfragen über den Fuhrpark des Landtages beschert. Die Verwaltung reagierte daraufhin flugs mit einer eigenen Mitteilung über ihren Fahrzeugbestand – oder wie es die Verfasser der Auflistung aus der Pressestelle ausdrückten, die Landtagsverwaltung „stellt klar.“

Demnach stehen aktuell im Fuhrpark des Landtages insgesamt sieben Fahrzeuge. Diese wurden „im Rahmen des so genannten Behördenleasings beschafft“, heißt es in der Mitteilung. Vorrangig für Präsidentin Bretschneider sind zwei Limousinen Audi A8 reserviert. Die Vize-Präsidentinnen können zwischen einem A6 Audi und einem A4 wählen.

Für Gruppenfahrten steht ein VW-Bus Caravelle Comfortline bereit. Der Wagen kommt vorrangig bei auswärtigen Veranstaltungen und Ausschusssitzungen sowie für Transporte zum Einsatz. Bleiben noch übrig ein Audi Q7 und ein BMW 225xe. Der Q7 wird laut Landtagsverwaltung für Fahrten der Vizepräsidentinnen, Ausschussvorsitzenden sowie von Mitarbeitern der Landtagsverwaltung zur Verfügung gestellt.

Der Direktor des Landtages ist übrigens einer von wenigen Behördenleitern, die kein eigenes Dienstfahrzeug haben. Er kann sich aber in den Audi Q7, den BMW oder den VW-Bus setzen.

Leserbriefe zu „Präsidentin des Landtags fährt jetzt A8“:
Hans-Jürgen Ahnsehl, Gutow

Nur mit einem Kopfschütteln kann man diese Entscheidung in der Landesregierung registrieren. Die Opposition schreit mit Recht auf und kann diesen betriebswirtschaftlichen Einsparungseffekt nicht verstehen. Die gesamte Regierungsmannschaft ist mit dieser überheblichen Darstellung einer  obersten   Landesbeamtin  einverstanden . Oder nicht?  (...)

Wenn man noch näher hinschaut, dann tritt auch zu Tage, dass wohl eine langjährige  Politikerin das Gefühl für: „Was darf ich in der  Öffentlichkeit im Rahmen meiner Tätigkeit? Ist mein Repräsentieren mit dem Land angemessen?“ abhanden gekommen ist.

Reinhard Krökel-Freitag, Dömitz

Die Landtagspräsidentin hat doch nur die alte Weisheit „Auf einem Bein kann man nicht stehen“ verinnerlicht. Außerdem wird die von dem hässlichen Abgasskandal gebeutelte, arme Automobil-Industrie in vorbildlicher Weise unterstützt.

Sollten alle Bundesländer und Behörden dem Beispiel Mecklenburgs folgen, so könnte man Abfindungen, wie im Falle Winterkorn, ohne große Not finanzieren. Man sollte also lieber über einen dritten oder vierten Dienstwagen nachdenken, anstatt an einer löblichen Initiative herumzumäkeln.

Hans-Peter Kruse, Schwerin

Nun kann man nur hoffen, dass so mancher Pendler in Nordwestmecklenburg von der anstrengenden Heimfahrt mit seinem eigenen Auto zu müde war, um den Bericht  über den zweiten A8 unserer Landtagspräsidentin zu lesen. Es könnte nämlich sein, dass es ihm den Appetit verdirbt (...)

Es gehört schon eine ungeheure Portion politischer Instinktlosigkeit dazu, was sich die neue Landesregierung und ihre Koalition in der neuen Legislaturperiode leistet.  Ein zweiter A8 samt Fahrer (zwei Autos + zwei Fahrer ) für Frau Bretschneider – schwer vermittelbar für alle diejenigen berufstätigen Bürger des Landes ,die tagtäglich erhebliche Aufwendungen für ihren Weg zur Arbeit aufbringen müssen. Politische Eitelkeit und Arroganz dem Bürger gegenüber haben eben ihren (hohen ) Preis.

Kerstin Ritter, Bobzin

Leben wie Friedrich Franz der IV., Großherzog von Mecklenburg, hundert Jahre später (...) Der letzte herzogliche Schlossherr nannte einen großen Kutschenpark sein Eigen, einige unserer heutigen Volksvertreter setzen nun fort diesen Reigen (...)

Wer denkt, das Geschehen hat doch ein „Geschmäckle“, ihr könnt glauben, dass ihr Niemanden im Schloss mit eurer Empörung erwecket.

Emil Schubert, Goldberg

Wir Steuerzahler in MV können uns glücklich schätzen, dass Frau Bretschneider nicht noch ein Wochenend-Anwesen auf der Insel Rügen bewohnt, denn dann wäre wohl ein dritter A8 aus Sparsamkeitsgründen fällig?

In dem Fall käme man vielleicht sogar mit einem Hubschrauber noch billiger davon - man spart halt, wo man nur irgend kann. Eine alte Tatsache jedoch ist: Wer am großen Topf sitzt, hat einen großen Löffel, und er isst auch damit. Die Wahlen sind zum Glück bei uns schon durch und bis zu den nächsten hat sich der Rauch  sicherlich verzogen.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen