Gemeinden weiterhin eigenständig : Zwangsehe bleibt aus

Land rückt vom Plan ab, kleine Gemeinden zusammenzulegen

Das Land rückt nach Angaben des Städte- und Gemeindetags von einer durchgreifenden Gemeindereform ab. Zwangsfusionen kleiner Gemeinden seien offenbar vom Tisch, hieß es am Montag von dem Kommunalverband in Schwerin. Dazu hätten wohl die Reisen zu allen 76 Ämtern im Land durch Spitzenvertreter des Innenministeriums beigetragen, sagte Geschäftsführer Andreas Wellmann. Der letzte Besuch soll heute im Amt Grevesmühlen-Land (Nordwestmecklenburg) stattfinden. Das Ministerium habe sich seiner Einschätzung nach davon überzeugen lassen, dass es auch kleine Gemeinden gibt, die gut funktionieren.

Auch wolle man nach der umstrittenen Kreisreform offenbar nicht schon wieder einen Umbau wagen, der vielerorts nicht gewollt sei und bei dem nicht sicher sei, ob er wirklich zu Einsparungen führt. Die Gespräche mit den Ämter-Vertretern hätten gezeigt, dass es bereits viele sinnvolle Kooperationen zwischen Gemeinden gebe, ohne dass diese ihre Eigenständigkeit aufgeben, sagte Wellmann. An den Treffen nahm in der Regel auch der Städte- und Gemeindetag teil. Von den 755 Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern haben dem Verband zufolge immer noch 276 weniger als 500 Einwohner. Wellmann verwies auf die Bedeutung des Ehrenamtes, das in kleinen Gemeinden sehr zum Tragen komme. „Da holt der Bürgermeister mal schnell die Leiter und wechselt die kaputte Birne in der Straßenlaterne aus“, sagte er. In größeren Strukturen drohe solches Engagement und damit auch ein Stück Identifikation mit dem Heimatort verloren zu gehen. Die Landesregierung will Wellmann zufolge noch vor der Landtagswahl in gut einem Jahr ein Leitbild für die Gemeinden der Zukunft vorlegen. Er gehe davon aus, dass es ein offenes Leitbild wird, sagte er.

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