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Mecklenburg-Vorpommern

14. Dezember 2017 | 14:04 Uhr

Ausstellung in Schwerin : Zwangsarbeit und Tod

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Schwerin zeigt die Ausstellung „Gulag. Spuren und Zeugnisse. 1929 – 1956“ bis Oktober ein düsteres Kapitel stalinistischer Gewaltherrschaft

Gulag – Glawnoje uprawlenije isprawitelno-trudowych lagerej, deutsch: „Hauptverwaltung der Besserungsarbeitslager“ – steht für Zwangsarbeit und Tod. Ein Lagersystem kaum vorstellbaren Ausmaßes überzog Ende der 1920-er bis Mitte der 1950-er Jahre die Sowjetunion. Etwa 18 bis 20 Millionen Menschen waren nach neuesten historischen Forschungen als tatsächliche oder vermeintliche politische Feinde in den Lagern interniert. „Unter den Insassen waren auch etwa 40 000 Deutsche, die in der sowjetischen Besatzungzone und der späteren DDR festgenommen und in die Sowjetunion gebracht worden waren“, berichtet Anne Drescher, Landesbeauftragte für die Unterlagen der Staatssicherheit in Mecklenburg-Vorpommern.

Seit Mitte Juli dieses Jahres ist den Opfern dieser Lager die umfangreiche Ausstellung „Gulag. Spuren und Zeugnisse. 1929 – 1956“ im Schweriner Marstall gewidmet. Mehr als 2000 Menschen haben die Dokumentation bisher besucht. „Die Resonanz ist gut, kaum ein Besucher bleibt weniger als eine Stunde“, sagt Frau Drescher.

Das Thema Gulag beschäftigt sie seit Anfang der 90-er Jahre. In die Opferberatung ihrer Behörde kamen zahlreiche ehemalige Gulag-Insassen und wollten nach Jahrzehnten des Schweigens über das Leben und Überleben reden.

Seit Beginn des Schuljahrs nutzen zahlreiche Schulklassen die Führungen für den Geschichtsunterricht. Objekte wie ein selbstgenähtes Brotsäckchen, ein zerschlissenes Kleid oder eine metallene Totenmarke dokumentieren den Lageralltag.

Die Ausstellung hat noch bis zum 24. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr im Schweriner Marstall geöffnet.

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