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Ehrenamtliches Engagement : Zusammenarbeit ja – Fusion nein

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Die DRK-Kreisverbände Parchim und Ludwigslust bleiben bis auf Weiteres eigenständig. Dass die beiden Kreisverbände bereits lange vor der Gebietsreform ihre Zusammenarbeit ausgebaut haben, dafür gibt es ein Musterbeispiel.

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erstellt am 08.Feb.2012 | 10:22 Uhr

Intensive Zusammenarbeit ja, Fusion nein: Die DRK (Deutsches Rotes Kreuz)-Kreisverbände Parchim und Ludwigslust bleiben bis auf Weiteres eigenständig. „Wir haben keinen Druck“, sagt Steffen Kanert, Geschäftsführer des Parchimer DRK, „und wir zwingen uns nicht, über Fusionen nachzudenken“. Dass die beiden Kreisverbände bereits lange vor der Gebietsreform ihre Zusammenarbeit ausgebaut haben, dafür gibt es ein Musterbeispiel: Die schon am 1. Januar 2007 gegründete DRK Rettungsdienst Parchim Ludwigslust gGmbH ist bis heute eine Erfolgsgeschichte. Ansonsten setzt Steffen Kanert auf ein Zusammenwachsen in kleinen Schritten, auch im Ehrenamt.

Der DRK-Kreisverband ist inklusive Tochtergesellschaften mit 600 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region und stemmt gerade mit dem sechs Millionen Euro schweren Bau des Sternberger Pflegeheimes die größte Investition in seiner Geschichte. „Voraussichtlich eröffnen wir im März“, sagt Steffen Kanert. 40 neue Arbeitsplätze schafft das DRK mit dem Ausbau der Seniorenbetreuung allein am Standort Sternberg. Mit den 80 neuen Plätzen wächst die Kapazität hier auf 135 und damit auf mehr als das Doppelte. Zu 80 Prozent handelt es sich um Einzelzimmer, das andere Fünftel sind Doppelzimmer.

Kanert hat schon lange vor anderen den Fachkräftemangel in der Region als Herausforderung benannt. Der Parchimer: „Das bleibt unser großes Thema. Es geht dabei nicht allein um Mindestlöhne. Die Attraktivität der Region und das Lebensgfühl müssen stimmen, um gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter davon zu überzeugen, hier zu leben und zu arbeiten. Da müssen dann schon alle Akteure in der Region mitspielen.“

Das ehrenamtliche Engagement ist so ein Lebensgefühl-Indikator. Menschen mit gleicher Interessenlage finden sich im Ehrenamt, mehr als 1500 im Gebiet des ehemaligen Landkreises Parchim. „Hier gibt es Chancen ohne Ende“, findet Steffen Kanert, der froh ist, dass das DRK sich seit Jahren mit dem Parchimer Charity Shop engagiert. Hier werden Dinge verkauft, die Mitbürger gespendet haben, der Erlös kommt sozialen Zwecken zugute. Im vergangenen Jahr hat das Geschäft in der Langen Straße den höchsten Umsatz seit seiner Gründung gemacht. 26 ehrenamtlich engagierte Bürger haben dort Spaß an ihrer Arbeit. Soziales Engagement älterer Mitbürger ist hier längst (zwanglose) Realität. Steffen Kanert freut sich über regen Zulauf: „Immer wieder kommen Frauen und Männer und möchten sich einbringen.“

Zukünftig will das Parchimer DRK noch mehr an den Schulen der Region Flagge zeigen, sofern es dort gewünscht ist. Kanert sieht das als Investition in die Zukunft. Derzeit ist das DRK schon in 11 Schulen und Kindereinrichtungen mit 19 aktiven Arbeitsgemeinschaften tätig. Insgesamt hat das Jugendrotkreuz (JRK) 260 Mitglieder, davon 180 „reine“ JRK`ler und 80 Juniorwasserretter.
Die Wasserwacht mit ihren Rettungsschwimmern bleibe gut aufgestellt, auch nachdem sich eine Gruppe in einem anderen Verband engagiere. Schwimmlager, Schwimmkurse und Einsätze an Badestränden seien abgesichert. Alles werde derzeit durchgeplant, auch wenn die sibirischen Temperaturen dieses Winters Gedanken an sommerliches Strandvergnügen verdrängen.


Mehr als 1500 Ehrenamtler

Im DRK-Kreisverband Parchim sind rund 1500 Menschen ehrenamtlich aktiv und bilden damit eine wesentliche Säule für die gesamte Arbeit. Es gibt viele interessante Aufgaben. Beim Blutspenden betreuen und bewirten ehrenamtliche Helfer die Spender. In den sozialen Diensten, vor allem in der Seniorenarbeit, gibt es kleine und große Aufgaben. Jedes Jahr leisten die Rettungsschwimmer und Schwimmlehrer des DRK Kreisverbandes an vielen Badestellen im ehemaligen Landkreis Parchim ehrenamtlich Ihren Dienst. Sie sichern dabei Badeseen ab, bilden Kinder und Jugendliche aus und sind im vorbeugenden Wasserrettungsdienst tätig. Bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen in Kultur und Sport leisten ausgebildete Helfer Erste Hilfe und Notfallversorgung. Immer steht der Dienst am Nächsten im Mittelpunkt.

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