zur Navigation springen

Wirtschaft MV : Zusätzliche Millionen für Digitalisierung

vom
Aus der Onlineredaktion

Als Urlaubsland ist Mecklenburg-Vorpommern bereits ein Begriff. Doch Regierungschefin Manuela Schwesig will dafür sorgen, dass der Nordosten künftig auch noch mehr als ein Land zum Leben und Arbeiten wahrgenommen wird.

svz.de von
erstellt am 14.Aug.2017 | 06:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern setzt im Werben um Firmenansiedlungen gleichermaßen auf Investoren aus der Industrie wie auf Start-ups. Großunternehmen fänden im Nordosten große Flächen für neue Produktionsstätten, angebunden an eine gute Infrastruktur mit leistungsstarken Häfen, Autobahnen und Schienenverbindungen, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Sonnabend in Rostock. Außerdem eröffne die Digitalisierung gerade einem Land wie MV, „das viel Freiraum für neue Ideen und optimale Bedingungen für kreatives Arbeiten bietet, neue wirtschaftliche Chancen“, zeigte sich die Regierungschefin überzeugt.

Vor den rund 300 Teilnehmern des traditionellen Unternehmer-Treffens zur Hanse Sail kündigte Schwesig an, dass die Landesregierung die weitere Digitalisierung in der Wirtschaft mit zusätzlich zehn Millionen Euro unterstützen wolle. MV hatte sich zuvor schon mit 832 Millionen Euro einen Großteil der Bundesmittel für das Schaffen schneller Internetverbindungen auf dem Land gesichert. Hinzu kommen rund 500 Millionen Euro Landesmittel.

Allerdings ist der Nachholbedarf beim Ausbau des Breitbandnetzes im Nordosten auch besonders groß. Laut aktuellem Breitbandatlas verfügen in Mecklenburg-Vorpommern erst 57 Prozent der Nutzer über Anschlüsse mit einer Datenraten von mindestens 50 Mbit pro Sekunde, wie sie die Bundesregierung bis 2018 flächendeckend anstrebt.

Neben einer besseren Internetanbindung und der strategisch günstigen Lage in der Ostseeregion hofft Schwesig, auch mit Wohnumfeld, Freizeitangeboten und einer guten Kinderbetreuung punkten zu können. „Damit wollen wir in Zukunft noch mehr Unternehmen überzeugen, sich bei uns im Land anzusiedeln. Mein Ziel ist es, dass wir in einigen Jahren als ein Land wahrgenommen werden, in dem man nicht nur zwei oder drei Wochen sehr gut Urlaub machen kann, sondern als ein Land zum Leben und Arbeiten. Und das an 365 Tagen im Jahr“, erklärte sie.

Nach Ansicht des Unternehmerdachverbandes VUMV bietet MV gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. Mit dem Ansatz, regionale Stärken mit den Chancen der Digitalisierung zu verknüpfen, treffe die Ministerpräsidentin ins Schwarze, betonte Verbandsgeschäftsführer Jens Matschenz. Er warnte jedoch vor Einflussnahme der Politik auf die Tarifpolitik. Investoren und ansässige Unternehmen würden auf eine „politische Übersteuerung bei der Entlohnung, bei der öffentlichen Auftragsvergabe und bei der Tarifbindung höchst sensibel reagieren“. Matschenz regierte damit auf Schwesigs Ankündigung, sich für eine stärkere Tarifbindung stark machen zu wollen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen