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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 07:04 Uhr

Ratgeber : Zurück in die gesetzliche Kasse

vom

Die Prämien für den privaten Krankenschutz sind wieder massiv gestiegen: Ein Beitragsplus von fünf bis zehn Prozent war eher die Regel als die Ausnahme. Viele wünschen sich, in die gesetzliche Kasse zurückzukehren.

svz.de von
erstellt am 07.Aug.2012 | 11:58 Uhr

Die Prämien für den privaten Krankenschutz sind auch in diesem Jahr wieder massiv gestiegen: Ein Beitragsplus von fünf bis zehn Prozent war eher die Regel als die Ausnahme. Bei vielen kommt da der Wunsch auf, in die gesetzliche Kasse zurückzukehren. Doch das ist nicht ohne Weiteres möglich. Grundsätzlich muss es die Voraussetzung für eine erneute Versicherungspflicht geben.

Rückkehr als Selbstständiger

Wer eine selbstständige Tätigkeit aufnimmt, sollte sich genau überlegen, ob er sich privat versichern will, da diese Entscheidung bindend ist, so lange die selbstständige Tätigkeit weiterhin hauptberuflich ausgeübt wird. "Ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung ist für privat versicherte Selbstständige in aller Regel nicht möglich", sagt Rotraud Mahlo von der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Möglich wird eine Rückkehr erst, wenn die selbstständige Tätigkeit entweder ganz aufgegeben oder zumindest so weit eingeschränkt wird, dass diese nur noch nebenberuflich ausgeübt wird. Gleichzeitig muss der Selbstständige ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis aufnehmen, bei dem das Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt.

Rückkehr als Arbeitnehmer

Neben Selbstständigen können sich auch Arbeitnehmer, deren Bruttoeinkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt, privat versichern. Im Umkehrschluss kann der Arbeitnehmer nur dann zurück in die gesetzliche Krankenversicherung, wenn sein Bruttoeinkommen wieder unter diese Grenze fällt. Diese wird jährlich angepasst und liegt derzeit bei 4237,50 Euro pro Monat oder 50 850 Euro im Jahr. Für diejenigen, die bereits Ende 2003 privat versichert waren, gilt jedoch eine niedrigere Marke von 3825,00 Euro im Monat oder 45 900 Euro im Jahr.

Rückkehr als Arbeitsloser

Wenn ein Privatversicherter arbeitslos wird und in der Folge Arbeitslosengeld I bezieht, wird er ebenfalls wieder versicherungspflichtig und kann folglich in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren. Dies gilt nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Selbstständige, die freiwillig in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.

Anders als beim Arbeitslosengeld I wird seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2009 durch den Bezug von Arbeitslosengeld II keine Versicherungspflicht mehr begründet. Das bedeutet, dass Privatversicherte, die Arbeitslosengeld II erhalten, dennoch nicht zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln dürfen. Damit wurde insbesondere Selbstständigen eine Option zur Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung genommen.

Altersgrenze für die Rückkehr

Wenn der Privatversicherte über 55 Jahre alt ist, besteht kaum noch eine Chance auf eine Rückkehr in die gesetzliche Kasse. Kraft Gesetzes bleiben Personen dieses Alters, die in den zurückliegenden fünf Jahren nicht gesetzlich versichert waren, auch dann versicherungsfrei, wenn ihr Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze fällt oder sie Arbeitslosengeld I beziehen. Aufgrund der Versicherungsfreiheit bleibt dann die Tür zurück in die gesetzliche Krankenversicherung verschlossen.

Pflicht zur Rückkehr

Wenn eine Versicherungspflicht eintritt, bedeutet dies nicht nur die Chance zur Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung, sondern genau genommen sogar einen Zwang. Davon kann sich der Privatversicherte jedoch auf Antrag befreien lassen, um in der privaten Krankenversicherung bleiben zu können. Dieser Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht bei der Krankenkasse eingereicht werden. Allerdings sollte diese Entscheidung gründlich durchdacht werden, da der Antrag später nicht widerrufen werden kann.

Wenn sich der Versicherte nicht von der Versicherungspflicht befreien lässt und in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehrt, verliert er sämtliche bis dahin gebildeten Altersrückstellungen seiner Privatkasse.

Abhilfe kann hier jedoch eine sogenannte Anwartschaftsversicherung schaffen. Dirk Lullies vom PKV-Verband erläutert: "Da ein Privatversicherter bei der Kündigung seines Vertrags allerdings seine gesamten vertraglichen Rechte verliert, empfiehlt es sich für Kunden, die später in die Private Krankenversicherung zurückkehren möchten, eine sogenannte Anwartschaft abzuschließen. Mit dieser können sie sich ihre vertraglichen Rechte bis zur erneuten Versicherungsfreiheit sichern."

 

 

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