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Fury in the Slaughterhouse : Zum Revival nach Schwerin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Fury in the Slaughterhouse” hat sich für ein Revival wieder zusammengefunden – und gibt eines ihrer wenigen Konzerte auch in Schwerin

Egal ob in Deutschland oder auf internationalen Bühnen – „Fury in the Slaughterhouse” gehören zu den größten Rockbands der Bundesrepublik. 2008 verkündete die Hannoveraner Formation um die beiden Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder das Ende der Band. Doch 30 Jahre nach der Gründung lassen die Musiker „Fury“ für ein Revival wieder aufleben. Wie es dazu kam und was das mit der Band macht erklärt Gitarrist Thorsten Wingenfelder im Interview mit Tobias Fligge.

Wenn eine erfolgreiche Band wie „Fury in the Slaughterhouse“ sich auflöst, gibt es fast schon eine Garantie für ein Comeback. Woran liegt das?
Wingenfelder: Ein Comeback würde ich es nicht nennen – eher ein Revival. Wir haben uns damals ja nicht endgültig aufgelöst. Wir haben einfach aufgehört und gesagt, dass wir uns für einzelne Charity oder sonstige Konzerte wieder zusammenfinden würden. Aber es sollte erst mal Schluss sein, damit jeder sein Ding machen konnte. Jetzt sind wir ehrlich gesagt von der Entwicklung überrollt worden. Wir hatten für unser 30-jähriges Jubiläum mit maximal zwei Konzerten in Hannover gerechnet. Dass wir dann in drei Tagen mit drei ausverkauften Tui-Arena-Shows dastehen, das war toll.
2008 hatten Sie das vorläufige Ende der Band verkündet. Vorher waren sie lange zusammen unterwegs. Wie füllt man diese Lücke?
Für mich gab es da eigentlich keine Lücke zu füllen, weil ich vorher schon angefangen hatte, professionell als Fotograf zu arbeiten. Nach unserer letzten Show hatte ich morgens um fünf den Laden abgeschlossen und war zwei Tage später schon für eine Firma in Rotterdam, um zu fotografieren. Ich hatte mich da rituell vom Thema Fury bereits verabschiedet. Das war für mich kein Übergang in ein anderes Leben. Ich war ja weiterhin Künstler. Das war ein fließender Übergang. Ich habe es auch für mein Ego nicht vermisst, vor 12 000 Leuten zu spielen. Deswegen ist es vielleicht umso schöner und als Geschenk zu betrachten, dass man das jetzt im reiferen Musikeralter so erleben darf.
Was reizt Sie an Schwerin als Auftrittsort?
Mein Bruder und ich haben schon viel in der Ecke mit Wingenfelder gespielt und dort als Akustik-Trio zweimal den Speicher gefüllt – natürlich auf viel kleinerer Ebene. Ich bin gerne da oben, weil ich neben der Landschaft auch das Publikum sehr mag.
Gibt es etwas, das Sie heute vermissen, wenn Sie mit „Fury in the Slaughterhouse“ auf der Bühne stehen im Vergleich zu den Anfangsjahren?
Nein. Es ist anders, vielleicht sogar besser. Du bist mit 18 noch jung und rast durch dieses Leben. Manchmal kann man den Erfolg dann gar nicht genießen. Manchmal wird der Erfolg auch so schnell, dass man mit einem Tunnelblick da durchscheuert. Jetzt ist man ein bisschen gesetzter und kann das viel angenehmer wahrnehmen. Unsere drei Shows in Hannover waren ja fast schon so etwas wie Gottesdienste und wir nehmen das alles mit wacheren Augen und Ohren mit. Das ist ein Geschenk.

Sie haben damals die Band aufgelöst, damit die Freundschaft nicht darunter leidet. Was macht das jetzt mit Ihrer Freundschaft, wenn Sie wieder auf Tour gehen?
Es gibt zwei Ebenen: Die Konzerte und die Tretmühle in der du immer neues Material, neue Platten liefern musst. Aus der Tretmühle mussten wir einfach raus. Die Freundschaft ist heute so stark und so schön wie nie zuvor. Wir haben wirklich Spaß gehabt, dieses Jahr zu planen und haben uns die Maxime gesetzt: Wir machen alles, was gut für uns ist und uns Freude macht. Der Erfolg ist dabei eher zweitrangig. Wir haben das Jubiläum genutzt, die 30 Jahre auch freundschaftlich rund zu machen. Wir haben über viele Sachen gesprochen. Jeder konnte sich dem anderen auch mal erklären. Das hat der Band viel gebracht. Der Kreis ist quasi geschlossen.

Einfach entschleunigt…
Ja, das tut jedem gut. Je schneller du irgendwo hinläufst, desto weniger siehst du was links und rechts ist. Und manchmal kommst du auch nicht früher an. Gesund ist es am Ende des Tages auch nicht.





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