Werften in MV : Zulieferer wollen kooperieren

Die „Likedeeler“ im Dock der Warnow Werft in Warnemünde.
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Die „Likedeeler“ im Dock der Warnow Werft in Warnemünde.

Ostseestaal und Stieblich Hallenbau unterzeichnen auf Schiffbaumesse in St. Petersburg Absichtserklärungen mit russischer Werft

svz.de von
20. September 2017, 05:00 Uhr

Zwei Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern planen eine Zusammenarbeit mit der russischen Werft Ushakovo Yards. Entsprechende Absichtserklärungen unterzeichneten die Firmen Ostseestaal (Stralsund) und Stieblich Hallenbau (Güstrow) gestern auf der Schiffbaumesse „Neva“ im russischen St. Petersburg mit Ushakovo Yards, wie die Staatskanzlei in Schwerin mitteilte.

Ostseestaal und die Werft wollen demnach bei der Entwicklung eines neuen Schiffstyps zusammenarbeiten, der als Arbeitsschiff auf Flüssen und in küstennahen Gewässern eingesetzt werden kann. Stieblich und die Werft wollten bei der Entwicklung und Fertigung neuartiger Module aus Stahl und Glas für den Einsatz im Boots- und Schiffbau kooperieren.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte in St. Petersburg, wo sie die Messe gestern besuchte: „Das sind gute Beispiele dafür, wie Mecklenburg-Vorpommern und Russland die wirtschaftliche Zusammenarbeit ganz konkret ausbauen können.“ Auf der Messe präsentieren sich auch 17 Unternehmen aus der maritimen Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Am Nachmittag eröffnete Schwesig gemeinsam mit dem Gouverneur des St. Petersburg umgebenden Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, die Tage der Deutschen Wirtschaft in der Region.

Schwesig nannte Russland dabei einen wichtigen Wirtschaftspartner für Mecklenburg-Vorpommern seit vielen Jahren. „Russland ist stark vertreten im Holzcluster in Wismar. Die Nordstream Pipeline landet bei uns an. Und im letzten Jahr hat das Unternehmen Kirov eine Produktionsstätte für Großwälzlager in Betrieb genommen“, sagte sie.

Sehr viele Unternehmen im Nordosten hätten gute Außenhandelsbeziehungen zu Russland. „Diese Beziehungen wollen wir beibehalten, intensivieren und ausweiten“, erklärte Schwesig.

Aufgrund der gegenseitigen Sanktionspolitik ist der Warenaustausch zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Russland nach 2014 eingebrochen. Die Ausfuhren erreichten 2016 einen Umfang von 154 Millionen Euro und waren damit nur noch halb so hoch wie im Jahr davor. Unter dem Rückgang leidet vor allem die Nahrungsgüterwirtschaft.

Seit Montag ist Schwesig mit einer rund 100-köpfigen Wirtschaftsdelegation in St. Petersburg. Heute kehrt die Regierungschefin nach Schwerin zurück.

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