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Angela Merkel in Stralsund : Zukunft braucht Wirtschaft

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Aschermittwoch, Gedenkveranstaltung, Jahresempfang - und dann noch schnell Europa retten. Bei ihrem Termin-Marathon in dieser Woche machte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern auch in MV, in Stralsund Station.

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erstellt am 24.Feb.2012 | 08:05 Uhr

Stralsund | Aschermittwoch, Gedenkveranstaltung, Jahresempfang - und dann noch schnell Europa retten. Bei ihrem Termin-Marathon in dieser Woche machte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern in Stralsund Station. Neben einem Treffen mit Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker in der Hansestadt stellte die Kanzlerin auch auf dem Jahresempfang des Landesverbandes des CDU-Wirtschaftsrates die Wirtschaftspolitik in Europa in den Mittelpunkt.

In der gegenwärtigen Schuldenkrise komme es darauf an, "den Raum Europa zusammenzuhalten", sagte Merkel vor mehr als 100 geladenen Gästen des Jahresempfangs im Stralsunder Rathaus. Der EU-Raum sei lebenswichtig für Deutschland und seine exportstarke Wirtschaft. "Was als Einheit erschien", resümierte die Kanzlerin mit Blick auf die Europäische Union, "hat sich als wirtschaftlich sehr unterschiedlich erwiesen". Um die Krise zu meistern, kommen die EU-Länder nicht daran vorbei, ihre Haushalte zu konsolidieren, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Dazu gehöre u. a., die europaweit unterschiedlichen Arbeitskosten und Renteneintrittszeiten konkurrenzfähig anzugleichen und die Auswüchse von extrem hoher Jugendarbeitslosigkeit wie in Spanien zu beseitigen. Mit der weitgehenden Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU - lediglich Bulgarien und Rumänien unterliegen noch Beschränkungen - existiere die Grundlage dafür.

In diesem Zusammenhang sprach sich die Kanzlerin vehement dafür aus, die Zusammenarbeit von "Schule und Berufsausbildung" zu verbessern, um dem dramatisch einsetzenden Fachkräftemangel zu begegnen. Es sei später nicht "mehr gutzumachen, wenn Menschen ohne Berufsabschluss bleiben".

Ein Problem, dass sich auch im Flächenland MV immer schärfer abzeichnet. Jeder siebte Schulabgänger im Land ist ohne Berufsschulreife, sagte Stefan Rudolph, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus auf dem Jahresempfang. Um jungen Leuten hierzulande eine berufliche Perspektive aufzeigen zu können, sei weiteres Wirtschaftswachstum unabdingbar. "MV braucht auch eine andere Industriedichte, um bis 2020 die gegenwärtige Wertschöpfungslücke von 3,5 Milliarden Euro zu schließen." Zwar habe das Land seit 1996 die Differenz zwischen konsumtiven Ausgaben und der Wertschöpfung im Land von damals 13 Milliarden Euro deutlich verringern können, doch der letzte Teil des Weges werde der schwierigste, so Rudolph. Denn die Zuweisungen vom Bund und aus der EU würden bis Ende dieses Jahrzehnts auf null zurückgefahren.

Insbesondere das Verarbeitende Gewerbe müsse weiter kräftig zulegen. 2011 konnte ein Umsatzplus von 14 Prozent verbucht werden. Aber das genügt bei weitem noch nicht, denn die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe von MV erreiche nur gut 50 Prozent des bundesweiten Durchschnitts.

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