Terror in Brüssel : Zufall rettet Abgeordneten aus MV das Leben

Werner Kuhn
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Werner Kuhn

Der Europaabgeordnete aus Mecklenburg-Vorpommern fuhr gestern eine Stunde früher ins Büro

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22. März 2016, 21:00 Uhr

Punkt 8.30 Uhr steigt Werner Kuhn jeden Tag an der Station Maelbeek am Europaparlament aus der U-Bahn. Gestern machte er eine Ausnahme. Er fuhr eine Stunde früher ins Büro, weil um 9 Uhr schon die Sitzung des Fischereiausschusses beginnen sollte. Dort ist der Schiffbauingenieur für die Europäische Volkspartei seit 2009 Mitglied.

Eine Stunde früher – das hat dem Zingster das Leben gerettet. Als der Selbstmordattentäter zwischen den U-Bahnstationen Maelbeek und Schuman seinen Bombengürtel zündete, war Kuhn gerade im Parlamentsgebäude angekommen und schwatzte dort mit den Saaldienern, erzählt er uns. „Die Erschütterung war in der ganzen Straße zu spüren. Da bekommt man schon weiche Knie“, erzählt der Vorpommer.

Als wir mit ihm telefonieren ist das EU-Parlament von der Polizei hermetisch abgeriegelt. Keiner kommt rein. Keiner kommt raus. Auch um den Europäischen Rat, an der Station Schuman, ist ein Polizeikordon aufgezogen. Kuhn weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzuviel über die beiden Terroranschläge. Aber er ist lange genug in Brüssel, um zu wissen, dass ein Attentäter, der einen Anschlag zwischen den Stationen Maelbeek und Schuman verübt, Mitarbeiter der EU-Regierung und des EU-Parlaments gleichermaßen zum Ziel hat. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, Elmar Brok, reagiert umgehend, und lässt im Parlament verkünden: Wir lassen uns nicht einschüchtern, erzählt Kuhn am Telefon. Später am Nachmittag werden Twittermeldungen in Brüssel und auf der Welt bekannt, die ankündigen, dass das nächste Mal Deutschland das Ziel sei.

Kuhn sitzt den ganzen Vormittag am Telefon. Festnetz funktioniert noch. Das Mobilnetz ist komplett zusammengebrochen. Verwandte und Bekannte rufen an, fragen nach den Geschehnissen und ob es ihm gut gehe. Eigentlich wollte er heute nach Hause fliegen. Aber der Flughafen Brüssel ist gesperrt. Die Bahnhöfe sind geschlossen. Kein Zug fährt. Kuhn hofft, dass sich die Lage bald normalisiert.

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