Corona in Mecklenburg-Vorpommern : Zufahrten zu größten deutschen Ostseeinseln ohne Polizei-Kontrollen

60 Stunden nach ihrer Einführung hat die Polizei die Zufahrtskontrollen zu den Ostseeinseln wieder aufgehoben. Touristen sollen wegen der Corona-Gefahr weiterhin nicht kommen dürfen.

von
19. März 2020, 09:17 Uhr

Die beiden größten deutschen Ostseeinseln Rügen und Usedom sind wieder ohne Polizei-Kontrollen erreichbar - aber nur für Einwohner aus Mecklenburg-Vorpommern und bestimmte Berechtigte. Wie Polizeisprecher am Donnerstag erklärten, sind die seit Montagabend wegen der Corona-Fälle eingeführten Kontrollen am Morgen wieder aufgehoben worden. Das betreffe auch die Insel Poel bei Wismar und die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Zu den Berechtigten gehören auch Leute, die einen Zweitwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern haben und hier arbeiten, sowie Menschen, die ausschließlich wegen der Arbeit in den Nordosten kommen. Touristen sollten weiterhin nicht in den Nordosten reisen.

Die Polizei begründete den Schritt auch damit, dass die Urlauber die Hotels, Pensionen oder Campingplätze bereits verlassen mussten und diese jetzt generell keine neuen Gäste aufnehmen dürften. Dies soll unter anderem durch Kontrollen an den Bundesstraßen stichprobenartig kontrolliert werden.

Verlangsamung der Ausbreitung

Mit den Kontrollen wollte die Schweriner Landesregierung den weiteren Zustrom von Touristen unterbinden, um die Ausbreitung des neuartigen Coronovirus zu verlangsamen. Im Nordosten gibt es  bereits zahlreiche Einschränkungen für Einheimische und die gesundheitlichen Einrichtungen in den Urlauberregionen sind laut Regierung nicht auf eine große Anzahl Corona-Infizierter eingerichtet, wie sie bei Urlauberansammlungen auftreten könnten.

Bei den Insel-Kontrollen waren anfangs nur die Inselbewohner und dort arbeitende Leute durchgelassen worden. Diese Restriktion hob das Schweriner Innenministerium am Mittwoch zu Gunsten aller Einwohner im Nordosten wieder auf. Bei den Kontrollen vor Rügen und Usedom war von Montagabend bis Mittwoch bei knapp 16 000 kontrollierten Fahrzeugen rund 400 Autos wieder zurückgeschickt worden.

In Mecklenburg-Vorpommern sind seit Montag Schulen und Kitas geschlossen. Inzwischen mussten auch Geschäfte, Schwimmbäder, Zoos und zahlreiche weitere Einrichtungen schließen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, soziale Kontakte stark zu reduzieren und größere Ansammlungen zu meiden. Bisher wurden im Nordosten 100 Coronavirus-Infektionen registriert, nur vereinzelt mit schweren Symptomen.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem Liveticker und auf unserer Dossierseite.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen