Übernachtungsstätten in MV : Zu wenig Schullandheime

Fast ein Fünftel aller Betten in Schullandheimen ist verschwunden.
Fast ein Fünftel aller Betten in Schullandheimen ist verschwunden.

Linke: Sterben der Kinder- und Jugendübernachtungsstätten in MV geht weiter.

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06. November 2017, 12:00 Uhr

Die Schullandheime sollen nach Informationen der Linken im Landtag 100 000 Euro aus dem Strategiefonds der Landesregierung bekommen. Das sei zu wenig, um den Abwärtstrend des Kinder- und Jugendtourismus als bedeutenden Zweig der Branche in MV zu stoppen, sagte der tourismuspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag, Henning Foerster. „Seit Jahren geht eine Einrichtung nach der anderen vom Netz.“

Seit 2005 seien mehr als 4000 der einst 22 000 Betten im Kinder- und Jugendtourismus weggefallen. Kompensiert würden Schließungen laut Foerster vor allem durch neue Hostels. Dahinter stehe jedoch meist kein pädagogisches Konzept. „Es waren die Vernetzung der Anbieter und die Qualifizierung des Personals, die unsere Einrichtungen des Kinder- und Jugendtourismus so erfolgreich gemacht haben“, sagte Foerster. Diese Struktur gelte es wiederzubeleben, denn die Kinder und Jugendlichen von heute seien die Gäste von morgen.

Die Linke fordert eine Vollzeitstelle für die Wiederbelebung der AG „Junges Land für Junge Leute“ für 70 000 Euro im Jahr, scheiterte damit aber laut Foerster im Wirtschaftsausschuss des Landtags.

Nötig sei auch Geld für Investitionen in Schullandheime und andere Jugendübernachtungsstätten, sagte er. Ein Jugendtourismustag könne eine Initialzündung geben.

Der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Gunnar Bauer, versicherte, der Kinder- und Jugendreisebereich werde als wichtig für die touristische Entwicklung des Landes angesehen. „Wir werben weiter aktiv um die Zielgruppe“, sagte er. Dazu habe der Tourismusverband vor kurzem den Katalog „Auf nach Meck-Pomm – mehr als 60 Angebote für Klassen- und Jugendreisen 2018/2019“ mit einer Auflage von 15 000 Exemplaren vom Tourismusverband herausgebracht. Eine interministerielle Arbeitsgruppe „Kinder- und Jugendreisen“ sei zudem beauftragt, Ideen für die künftige Entwicklung zu erarbeiten.

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