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Zu wenig Polizei - Städte stellen eigene Sheriffs ein

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erstellt am 25.Sep.2013 | 08:14 Uhr

Schwerin/Greifswald | Die Bewerbungsgespräche sind abgeschlossen. Die Hansestadt Greifswald wird von Dezember an zwei geschulte und uniformierte Mitarbeiter ihres Kommunalen Ordnungsdienstes im Stadtgebiet auf Streife schicken. "Dazu wurde von der Stadtverwaltung eine Stelle neu geschaffen und eine Politessenstelle umgewandelt", sagte gestern Stadtsprecherin Andrea Reimann.

Grund: Weil bei der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommerns in den vergangenen zehn Jahren 1000 Stellen gestrichen wurden, gibt es kaum noch Polizeistreifen in den Städten. Ordnungswidrigkeiten könnten deshalb nicht im notwendigen Umfang verfolgt werden, heißt es in der Greifswalder Stadtverwaltung. Beschwerden über Falschparker, Lärm, Hundekot, Verletzung der Anleinpflicht, sowie Alkoholgenuss auf öffentlichen Straßen und Plätzen würden sich im Ordnungsamt häufen. Die beiden neuen Sheriffs sollen mit einem Mobiltelefon ausgerüstet überwiegend im Spätdienst und an den Wochenenden auf öffentlichen Straßen und Plätzen Streife gehen.

In Rostock gibt es seit Jahresbeginn ein Pilotprojekt. Vier Kontrollkräfte und ein Innendienstmitarbeiter sollen in der ersten Projektphase vor allem gegen Ordnungswidrigkeiten im Umweltbereich im Einsatz sein, heißt es aus der Rostocker Verwaltung. In der zweiten und dritten Projektphase kommen weitere Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben hinzu. Auf der Internetseite wird allerdings vor "übertriebenen Erwartungen" gewarnt: "Vier Außendienstmitarbeiter in Teilzeit auf einer Stadtfläche von 181 Quadratkilometern können nicht ständig und überall präsent sein." Schwerin hat dagegen 24 Mitarbeiter beim kommunalen Ordnungsdienst, den es bereits seit 2003 gibt. Im vergangenen Jahr verhängten die Mitarbeiter Verwarn- und Bußgelder in Höhe von 2,7 Millionen Euro.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist skeptisch. "Aufgaben und Grundlagen müssen klar definiert sein. Eine städtische Billigpolizei als Ersatz für gestrichene Polizeistellen darf es nicht geben", sagte GdP-Landesvorsitzender Christian Schumacher. Ordnungsdienste haben weder Ausbildung noch Kontrollrechte wie Polizeibeamte.

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