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Mecklenburg-Vorpommern

19. Oktober 2017 | 02:13 Uhr

Lebensmittel : Zu wenig Pilzberater

vom
Aus der Onlineredaktion

Steinpilz, Pfifferling und Champignon in heimischer Natur lassen die Herzen von Pilzsammlern höher schlagen. Doch immer wieder kommt es zu Vergiftungen, weil Sammler Pilze verwechseln. Beratung durch einen Experten kann dem vorbeugen - doch es fehlt an Nachwuchs.

Die Hoch-Zeit der Pilzsaison steht bevor – doch zunehmend fehlen professionelle Berater, die Sammlern bei Zweifelsfällen helfen und so mögliche Vergiftungen verhindern. „Leider ist das Netz von Pilzberatern sehr weitmaschig geworden beziehungsweise werden Pilzberatungsstellen von den meisten Gemeinden in Deutschland nicht mehr vorgehalten“, sagte Bettina Plenert vom Giftinformationszentrum in Erfurt, einer gemeinsamen Einrichtung der Länder Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Dass sich Gemeinden vielfach aus der Verantwortung zurückzögen, liege auch an der fehlenden staatlichen Unterstützung. Eine positive Ausnahme sei dabei aber Mecklenburg-Vorpommern, betonte Plenert. Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige Bundesland, das die Pilzberatung als Landesaufgabe im Öffentlichen Gesundheitsdienst verankert hat. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes in Rostock sind mehr als 40 ehrenamtliche Pilzberater im Land aktiv, die Vereinbarungen mit örtlichen Ämtern geschlossen haben.

Solche Experten können durch Begutachtung von Pilzfunden Vergiftungen verhindern. Allein in Erfurt geht alljährlich eine Vielzahl von Notrufen wegen Pilzvergiftungen ein. Voriges Jahr waren es laut Plenert 240, 2014 sogar fast 350. In diesem Jahr gab es bisher 86 Anfragen, allerdings geht die Pilzschwemme meist erst ab Ende August richtig los. Todesfälle wurden den Angaben zufolge in jüngerer Vergangenheit zwei verzeichnet: einer 2015 in Mecklenburg-Vorpommern und einer 2016 in Thüringen.

Andreas Hummel

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