Gesundheitsvorsorge : Zu wenig ärztliche Kontrollen in MV

Mehr Mediziner für die Schuluntersuchungen nötig.
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Mehr Mediziner für die Schuluntersuchungen nötig.

Trotz Gesetz: Nur wenige Schüler schulärztlich untersucht. Mehr Personal in Gesundheitsämtern nötig.

svz.de von
26. Dezember 2014, 16:52 Uhr

Längst nicht alle Schüler in Mecklenburg-Vorpommern kommen in den Genuss schulärztlicher Untersuchungen - obwohl diese gesetzlich vorgeschrieben sind. Im Schuljahr 2013/14 wurden beispielsweise im Landkreis Rostock nur 29,6 Prozent der Viertklässler untersucht, von den Achtklässlern sogar nur 5,5 Prozent. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag hervor, die jetzt veröffentlicht wurde. Im Landkreis Nordwestmecklenburg sieht es demnach kaum besser aus. Dort wurden im vergangenen Schuljahr 38,1 Prozent der Viertklässler und 5,1 Prozent der Achtklässler untersucht. Vorbildlich kommt hingegen der Landkreis Vorpommern-Greifswald seiner gesetzlichen Pflicht nach. Dort sahen in beiden Klassenstufen alle Kinder den Schularzt.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wurden immerhin 96,1 Prozent der Viertklässler und 86,6 Prozent der Achtklässler untersucht. Die bildungspolitische Sprecherin der Linke-Fraktion im Landtag, Simone Oldenburg, hält den schon seit Jahren andauernden Zustand für unhaltbar. „Für die Situation tragen aber nicht die Gesundheitsämter die Verantwortung, sondern das Land, das die Kommunen ausreichend finanziell ausstatten muss, damit sie Ärzte und Arzthelferinnen einstellen können“, sagte sie. Immerhin: Der Kreistag Nordwestmecklenburg beschloss kurz vor Weihnachten, im öffentlichen Gesundheitsdienst zusätzlich 1,5 Stellen einzurichten, wie Oldenburg als Kreistagsabgeordnete berichtete. Die Stellen sollen aus anderen Bereichen umgeschichtet werden.

Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) sagte: „Wir haben das Thema auf dem Schirm.“ Bei Innenminister Lorenz Caffier (CDU), dessen Ministerium die Aufsicht über die Kommunalfinanzen führt, wolle sie sich stark machen, dass auch Kommunen mit Einsparvorgaben Ärzte und Krankenschwestern für die Schuluntersuchungen einstellen dürfen. Die Kommunen seien dazu bereit, sagte sie. Allerdings müsse auch das Image des öffentlichen Gesundheitsdienstes gestärkt werden, damit die Stellenangebote für Mediziner interessant sind.

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