Barrierefreiheit Fehlanzeige : Zu viele Stufen bei der Bahn

Wie hier in Rostock sollte es eigentlich an allen Bahnhöfen sein: barrierefreier Einstieg in den Zug .
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Wie hier in Rostock sollte es eigentlich an allen Bahnhöfen sein: barrierefreier Einstieg in den Zug .

Barrierefrei mit der Bahn reisen – vielerorts nur ein Wunsch

svz.de von
29. Juli 2015, 21:00 Uhr

Mit dem Rollstuhl in den Zug? Auf manchen Bahnhöfen geht das problemlos ohne Stufe, auf anderen mit Hilfe eines vorher angemeldeten Mobilitätsservices. Und auf manchen gar nicht – zum Beispiel in Ueckermünde, wie der Bürgerbeauftragte Mecklenburg- Vorpommerns, Matthias Crone, berichtete. Die Mobilität Behinderter sei immer wieder ein Thema von Eingaben und Petitionen, sagte er.

Dabei sei Barrierefreiheit nicht nur gut für Gehbehinderte und Blinde.  Ältere Menschen mit Rollator, junge Eltern mit Kinderwagen, Reisende mit Fahrrädern oder schwerem Gepäck – alle hätten es ohne Stufen leichter. Ende 2013 stellte die Verkehrsgesellschaft OLA den Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern ein. Sie war mit Niederflur-Triebwagen zwischen Ueckermünde und Bützow unterwegs. Die Bahnsteige in Ueckermünde waren darauf ausgerichtet worden. Nach dem Rückzug der OLA verkehrt nun die Deutsche Bahn AG wieder auf der Strecke. In die Züge gelangt man nur über Stufen. Neue Triebwagen sind bestellt, wie Crone vom Konzernbevollmächtigten Joachim Trettin erfuhr. Voraussichtlich sollen sie im dritten Quartal 2015 kommen. Bis dahin werden Rollstuhlfahrer per Taxi auf Bahnkosten zwischen Ueckermünde und Pasewalk chauffiert. Teuer für die Bahn, umständlich und zeitraubend für gehbehinderte Reisende.

Beschwerden gab es beim Bürgerbeauftragten auch über den Bahnhof Rostock-Warnemünde, wo Rollstuhlfahrer zum Teil einen Umweg von 800 Metern in Kauf nehmen müssen. Erste Umbaumaßnahmen seien im Herbst vorgesehen, der eigentliche Umbau erst 2018 bis 2020. Crone nannte vier weitere Bahnhöfe im Land, die mit über 1000 ein- und aussteigenden Reisenden pro Tag in die Kategorie der Bahnhöfe fallen, an deren Umbau und Sanierung sich neben dem Bund auch das Land finanziell beteiligt: die Bahnhöfe Neubrandenburg, Bad Kleinen, Bützow und Ludwigslust. In Rostock sind laut Bahn bereits alle neuen S-Bahnen mit Rollstühlen befahrbar.

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