Mecklenburg-Vorpommern : Zu viele gefährliche Straßen für Radfahrer

 

 

Grüne kritisieren Radwegeplanung an Bundesstraßen

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14. August 2015, 12:00 Uhr

Von wegen Radfahrland Nr. 1: Im angeblich dichtgestrickten Radfahrnetz Mecklenburg-Vorpommerns klaffen viele Lücken. Urlauber werden immer wieder auf gefährliche Bundesstraßen geleitet, wenn sie an touristische Ziele wollen. Seit 1990 wurden zwar 1700 Kilometer Radwege parallel zu Bundes- und Landesstraßen gebaut. Aber das deckt nicht einmal die Hälfte des Bedarfs, an Landstraßen sogar nur ein Viertel. In den vergangenen Tagen gab es vermehrt tragische Radunfälle auf gefährlichen Straßen. Vor wenigen Wochen demonstrierten in Göhren-Lebbin Radfahrer für den Bau eines Radweges vom Touristenmagnet „Land Fleesensee“ zur Müritz über die Bundesstraße 192. Lebensgefährlich sei die Tour auf dem Autobahnzubringer, warnen die Organisatoren.

Jürgen Suhr, Landtagsfraktionschef der Grünen, wirft Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) vor, einen immensen Bau- und Planungsbedarf vor sich herzuschieben. „Der Radwegebau und insbesondere der Lückenschluss müssen Priorität haben. Überall dort, wo Radfahrer sich auf Bundesstraßen bewegen müssen, setzen sie sich erhöhten Gefahren aus“, mahnt Suhr. Fast 100 Planverfahren zum Bau von Radwegen an 21 Bundesstraßen zählt die Regierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion auf. Nur an 18 Teilstücken von neun Bundesstraßen wird derzeit gearbeitet. Suhr: „Die Landesregierung tut zu wenig. Sie muss konsequenter und vorausschauender planen.“

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg übt scharfe Kritik. Die Landesregierung habe die Planungen nicht ausreichend vorangetrieben, sagte er kürzlich. Der größte Teil der Maßnahmen befinde sich noch in der Entwurfsplanung. So könnten zusätzliche Mittel vom Bund gar nicht abgerufen werden.

Im Verkehrsministerium weist man diese Vorwürfe zurück. Insgesamt 177 Bauvorhaben seien in der Planung. Alleine entlang an Bundes- und Landesstraßen summieren sich Bau und Planung derzeit auf 100 Millionen Euro. Aber: „Die jährlich sprunghaft unterschiedlichen Zuweisungen des Bundes machen eine kontinuierliche Planung unmöglich“, so Sprecher Steffen Wehner. „Wir haben keine Verlässlichkeit bei den Bundeszuschüssen.“ Die Vorplanungen seien jedoch ausreichend, um zusätzliche Mittel umzusetzen.

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