Junge Flüchtlinge : Zu viel Zeit für Dummheiten

Während seines Praktikums bei der Zeitung will Elyas Nofal über sein Leben als Flüchtling in Deutschland berichten.
Während seines Praktikums bei der Zeitung will Elyas Nofal über sein Leben als Flüchtling in Deutschland berichten.

Unser Praktikant Elyas Nofal berichtet regelmäßig, was er seit seiner Flucht im Jahr 2015 erlebt hat.

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08. Mai 2018, 12:00 Uhr

Unser Praktikant Elyas Nofal berichtet regelmäßig, was er seit seiner Flucht im Jahr 2015 erlebt hat. Heute berichtet der 20-Jährige über die jugendlichen Flüchtlinge, die angeblich so viele Probleme machen:

Ständig hören wir, dass die jungen Flüchtlinge Probleme machen. Aber warum?

Die Probleme machen meistens Jugendliche unter 18 Jahren, weil sie wissen, dass die Polizei sowieso nichts macht. Und wie bei deutschen Jugendlichen ist das Hauptproblem, dass die Jugendlichen immer Freizeit haben. Ich sah mal eine Schlägerei und die Polizei war dort. Die Jugendlichen waren unter 18 Jahren und die Polizei durchsuchte sie nach Waffen. Dann unterschrieben die Jungs auf dem Papier für die Polizei und gingen einfach weiter.

Ich fand das nicht gut, weil sie es bestimmt noch mal machen werden. Also, persönlich finde ich eine Strafe besser, ich meine zum Beispiel eine Geldstrafe oder einen Transfer zu einem kleinen Dorf oder etwas anderes. Manchmal frage ich die Jungs: „Warum macht ihr Probleme?“ Jeder hat eine Antwort, einige sagen wegen eines Mädchens, andere sagen wegen der Leute, die böse geguckt haben. Und es gibt eine Gruppe, die keine Probleme machen wollte – die Probleme kamen von allein.

In Schwerin hatte ich vor dem Praktikum nichts zu tun und wollte etwas machen, weil ich viel Energie habe. In Schwerin und vielleicht anderen Städten hat man nicht viel zu tun, hier sehen die Deutschen uns und denken, dass wir Faulenzer sind und nur Probleme machen. Das ist definitiv falsch! Es gibt viele Jugendliche, die sofort ohne einen Sprachkurs arbeiten wollen. Jede Person hat eine eigene Methode, zu lernen. Mein Deutsch ist zum Beispiel gut beim Sprechen, Schreiben und Verstehen, weil ich mich mit Leuten unterhalten habe. Außerdem mag ich das Praktische lieber als das Theoretische.

Wenn die Jugendlichen immer Freizeit haben, ist das ein großes Problem, falls sie den falschen Weg gehen. Manchmal will aber auch der Arbeitgeber keine Flüchtlinge arbeiten lassen. Wenn man zum Beispiel Niveaustufe A2 oder B1 in der Sprache hat und arbeiten will, aber es ist eine leichte Arbeit, die nicht viel Sprachkenntnisse benötigt, sagen Arbeitgeber trotzdem manchmal: „Oh, du kannst nicht gut Deutsch verstehen.“ Oder: „Du musst noch weiter im Sprachkurs lernen.“

Jetzt gebe ich mal Lösungen. Ich weiß nicht, ob sie richtig sind, aber ich finde sie sehr gut. Erstens: Die Regierung startet viele Programme für junge Leute zwischen 15 bis 27 Jahre, damit die Jugendlichen keine Zeit für Dummheiten haben. Zweitens: Die Organisationen machen viele Veranstaltungen, damit die Flüchtling sich mit deutschen Leuten integrieren. Drittens: Die Regierung macht ein Programm für Ausländer, die sofort ohne einen Sprachkurs arbeiten möchten. Ich habe viele Freunde, die A2 und B1 in der Sprache haben, sie arbeiten als Verpacker oder machen andere Dinge. Aber das ist nur ein kleiner Einblick in das Thema.

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