zur Navigation springen

Beschwerden gegen Straßenmusiker : Zu laut, zu viel, zu lang

vom
Aus der Onlineredaktion

Immer mehr Beschwerden gegen Straßenmusiker: Städte erlassen Regelungen

von
erstellt am 08.Sep.2016 | 11:00 Uhr

Sie seien zu laut und würden Gewerbetreibende und Anwohner mit ihrer Musik belästigen – in Rostock ist ein Streit um Straßenkünstler entflammt. Nachdem immer mehr Beschwerden über den Lärm im Rathaus eingingen, zieht man dort nun die Reißleine. Die Konsequenz: Die Künstler sollen eine Mittagspause einlegen und generell alle halbe Stunde pausieren. Außerdem wird das Spielen sehr lauter Instrumente untersagt. Was dabei als laut gilt, ist bisher nicht definiert. Will eine Gruppe, die aus mehr als vier Personen besteht, in der Fußgängerzone auftreten, muss diese eine Sondernutzung beantragen. Vergeben wird diese vom zuständigen Stadtamt. Laut Senator Chris Müller (SPD) sollen die neuen Regelungen einerseits gewährleisten, dass viele Straßenmusiker die Möglichkeit bekommen, ihr Können zu präsentieren, andererseits soll sie ein Friedensangebot an diejenigen sein, die sich durch die Musik belästigt fühlen. „Straßenmusik ist ein wichtiger Bestandteil urbanen Lebensgefühls. Aber wenn die Musik laut und das Repertoire schmal ist, wird es für die unfreiwilligen Zuhörer echt anstrengend“, erklärt er. Die neuen Regelungen müssen nun noch von Bürgervertretern abgesegnet werden. Wann und ob sie in Kraft treten, ist folglich noch nicht endgültig geklärt.

Auch die Stadt Schwerin hat dem Hauptausschuss gerade erst eine Sondernutzungssatzung vorgelegt, in der Regelungen für Straßenmusiker definiert wurden – das Resultat von Beschwerden. „Für die Touristen ist die Straßenmusik zwar schön, für Gewerbetreibende, die damit den ganzen Tag konfrontiert werden, manchmal aber anstrengend. Wir wollen da für Entlastung sorgen“, sagt Stadtsprecherin Michaela Christen. Schweriner Straßenmusiker dürfen auftreten, ohne ihr Vorspiel vorher anzumelden. Auch bezahlen müssen sie nichts. Die einzigen Einschränkungen: Sie dürfen keine Elektro-Verstärkung benutzen und maximal eine Stunde an einem Ort stehen. Ist die Zeit um, müssen sie mindestens 200 Meter weiter rücken. „Bisher gab es die Regelungen ohne Satzungscharakter. Nur wurden wir dann immer gefragt: ja, wo steht denn das“, erklärt Christen.

Ähnlich verhält es sich in der Stadt Neubrandenburg. Dort enthält die Sondernutzungssatzung bereits manifestierte Regelungen zur Straßenmusik. Künstler dürfen ohne vorheriges Einholen einer Erlaubnis in Fußgängerzonen musizieren, dabei aber keine elektroakustische Verstärkung nutzen. Auch ein längerer Verbleib als eine Stunde auf dem Standplatz ist untersagt. „Bei Belästigungen oder aggressivem Betteln sind ordnungsrechtliche Maßnahmen bis hin zum Platzverweis möglich“, erörtert Kathleen Bötel, Sprecherin der Stadt Neubrandenburg.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen