Schwerin : Zoo bringt Senioren Wohlfühlkontakte

An der Anlage für die Kapuzineraffen gibt Kerstin Adam sachkundige Erklärungen. Foto: Jürgen Hamann
An der Anlage für die Kapuzineraffen gibt Kerstin Adam sachkundige Erklärungen. Foto: Jürgen Hamann

Der Zoo legt besonderes Augenmerk auch auf seine älteren Besucher. Seit zehn Monaten bietet er die Rentnerjahreskarte für 20 Euro an, die bei den älteren Schwerinern sehr beliebt ist.

svz.de von
19. Juli 2012, 11:23 Uhr

Ostorf | Der Zoo legt besonderes Augenmerk auch auf seine älteren Besucher. Seit zehn Monaten bietet er die Rentnerjahreskarte für 20 Euro an, die bei den älteren Schwerinern sehr beliebt ist. Denn damit kann nicht nur der Tiergarten an 363 Tagen besucht werden, sondern auch die vielfältigen Veranstaltungen, die speziell für Senioren gedacht sind. Für ihre Betreuung hat der Zoo eigens zwei öffentlich geförderte Bürgerarbeitsplätze geschaffen. Kerstin Adam, 46 Jahre alt und gelern te Ver käuferin, ist eine der neuen Mitar beiterinnen. "Das Angebot kostet für die Jahreskartenbesitzer nichts zusätzlich", erklärt sie. "Dafür gibt es aber viel Interessantes zu erfahren und Unbekanntes zu sehen. Besonders die Gemeinschaft mit Gleichaltrigen gefällt den Senioren. Wir vermitteln gewissermaßen Wohlfühlkontakte", sagt Adam. Für den Erwerb der Seniorenkarte muss allerdings ein Rentnerausweis vorgelegt werden.

Das auf die älteren Besucher ausgelegte Veranstaltungsprogramm ist reichhaltig und abwechslungsreich. Mit Hobbyfotografin Brigitte Leonhard können die älteren Leute zum Beispiel auf Fotosafari gehen. Treffpunkt ist immer am Haupteingang um 14.30 Uhr. Die nächste Exkursion startet am 24. Juli, weitere Safaris folgen am 21. August und am 19. September. Unter Federführung von Margrit Wischnewski können die Senioren "tierisch zeichnen". Am 8. August geht es mit ihr von 15 bis 17 Uhr mit dem Skizzenblock zu den Pinguinen, am 12. September zu den Tigern und am 10. Oktober ins Humboldthaus.

Jeden Dienstag gibt es eine Spezialführung zu einer tierischen Wohngemeinschaft im Humboldthaus. Dazu gehört immer auch gemeinsames Kaffeetrinken im Veranstaltungsraum. Treff ist der Haupteingang des Zoos um 10 oder 15 Uhr. Außer dienstags beginnen zur gleichen Zeit Führungen zu den Tieren des Monats mit einem Blick hinter die Kulissen. In diesem Monat ist es das "Affentheater im Zoo". Es geht zu den Gibbons, Kattas und Kapuzineraffen. Die Kapuziner fühlen sich in ihrem neuen Domizil sichtlich wohl. Die alte Anlage, die gegenwärtig leer steht, soll umgebaut werden.

Und wer nicht ganz so gut zu Fuß ist, kann jetzt auch durch den Tierpark fahren: mit dem Zoo-Mobil. Das neue Gefährt hatte am vergangenen Sonntag beim großen SVZ-Zoofest Premiere. Wie Tierpark-Sprecherin Erika Hellmich berichtet, haben acht Personen auf dem "Golf-Car" Platz. Es fährt sie mit Stopps an den einzelnen Anlagen durch das Gelände. Etwa 25 bis 30 Minuten dauert so eine Rundfahrt. Das Zoo-Mobil ist nicht nur den Rentnern vorbehalten. "Aber gegenwärtig ist noch nicht ganz geklärt, wer das Mobil fahren soll", erzählt Hellmich.

Der wöchentliche Besuch im Humboldthaus ist für viele Senioren inzwischen ein Muss, verändert sich hier doch ständig etwas. Gegenwärtig arbeitet dort der Kunstschnitzer Igor Korschun an der Verkleidung des großen Aquariums. "Ich schaffe hier über dem Wasser eine grüne Welt der südamerikanischen Natur", sagt Korschun. "Na ja, ein Paar Stücke aus unserem Land sind sicher auch dabei." Die nächste große Aufgabe wird die Gestaltung der hinteren Wand sein. "Hier soll sich der Regenwald entwickeln - das Geheimnis aus dunklen Stellen, heller Sonne und kleinen Tieren aus Holz", erläutert der Künstler, der bereits einige Tiere kunstvoll angefertigt hat. Die erste entscheidende Veränderung am Humboldthaus soll im Herbst erfolgen. Dann wird das Außengelände gestaltet.

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