Beach-Party oder Techno-Fete? : Zippendorfer haben Angst vor Party

<strong>Lokaltermin gestern an der Zippendorfer Strandpromenade:</strong> Ordnungsamtsleiterin Gabriele Kaufmann (M.) stellte sich Mitgliedern des Ortsbeir ates und Anwohnern, die  der  geplanten Strandparty mit Sorgen entgegenblicken. Foto: Christian Koepke
Lokaltermin gestern an der Zippendorfer Strandpromenade: Ordnungsamtsleiterin Gabriele Kaufmann (M.) stellte sich Mitgliedern des Ortsbeir ates und Anwohnern, die der geplanten Strandparty mit Sorgen entgegenblicken. Foto: Christian Koepke

Noch ist nicht klar, was sich am 16. Juni am Zippendorfer Strand abspielen wird.Ortsbeirat und Anwohner befürchten das Schlimmste: laute Musik, alkoholisierte Jugendliche, Randale in den Vorgärten.

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05. Juni 2012, 05:29 Uhr

Zippendorf | Beach-Party oder Techno-Fete? Noch ist nicht klar, was sich am 16. Juni am Zippendorfer Strand abspielen wird. Auch ob überhaupt gefeiert wird, steht vorläufig in den Sternen. Bei einem Ortstermin an der Strandpromenade sah sich Ordnungsamtsleiterin Gabriele Kaufmann gestern dem geballten Bürgerprotest ausgesetzt. Ortsbeirat und Anwohner befürchten das Schlimmste: laute Musik, alkoholisierte Jugendliche, Randale in den Vorgärten. "Wir nehmen die Be denken sehr ernst", versicherte Kaufmann. Die Verwaltung habe auch noch nicht über eine Genehmigung der Veranstaltung entschieden.

Kaufmann warnte aber zugleich vor einer Vorverurteilung: "Die Party wird von Schwerinern für Schweriner ver anstaltet", erklärte die Ordnungs amts leiterin. So sind nach Informa tionen der Stadt am 16. Juni von 12 Uhr an zunächst sportliche Aktivi täten am Strand geplant, von 18 bis 24 Uhr stehe dann die Musik im Vor dergrund. Für bis zu 800 Gäste sei die Veranstaltung als eine Art Abi-Feier beantragt, auf einer Fläche, die von der Einmündung Bosselmannstraße bis zum WasserwachtHäuschen reiche.

Ortsbeirat und Anwohner bezweifeln, dass es bei der genannten Teilnehmerzahl bleibt. Im Internet werde das Strandfest vor allem als Tanzvergnügen mit drei Bühnen angekündigt, berichtete der Zippendorfer Ortsbeiratsvorsitzende Peter J. Harke. Mehrere tausend Gäste könnten nach Zippendorf kommen und sich zu Techno-Rhythmen bewegen. Die Position von Ortsbeirat und Anwohnern sei deshalb eindeutig; "Wir lehnen die Veranstaltung mehrheitlich ab, denn wir haben Angst, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte", so Harke. "Die Party ist bestimmt noch nicht um Mitternacht zu Ende", sagte eine besorgte Anwohnerin. "Wer kümmert sich dann um uns Zippendorfer." Schließlich gäbe es aus der Vergangenheit schon einschlägige Erfahrungen mit Abitur-Feiern am Strand.

Polizei, Feuerwehr und Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen seien in die Absprachen zur jetzigen Veran staltung eingebunden, unterstrich Kaufmann. Natürlich werde es Auflagen zur Lautstärke geben. "Wir bestimmen auch, wo die Bühnen auf gestellt werden", so die Ordnungsamtsleiterin. Zwei Mitarbeiter des Kom munalen Ordnungsdienstes würden die Einhaltung der Auflagen kontrollieren.

Mitglieder des Ortsbeirates kriti sierten beim Lokaltermin, dass das Zippen dorfer Stadtteilgremium nicht schon recht zeitiger über die beabsichtigte Strandparty informiert worden sei. "Die verwaltungsinterne Abstimmung hat nicht funktioniert", räumte Kaufmann ein. "Die Meinung der Bürger ist uns aber wichtig", betonte die Amts leiterin. So werde die Stadt mit den Veranstaltern noch einmal aus führlich über den Ablauf der Feier, über das Sicherheitskonzept und über weitere wichtige Fragen sprechen. "Wir werden die Party nur genehmigen, wenn alle Bedenken zerstreut sind", sagte Kaufmann. Die Amtsleiterin folgte damit der Linie, die Ordnungsdezernent Dr. Wolfram Friedersdorff bereits vor dem Ortstermin ausgegeben hatte: "Es gibt keinen Grund zur Hektik. Die Verwaltung wird alle Gesichtspunkte abwägen."

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