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Wende im Missbrauchsprozess : Zinnowitzer auf freiem Fuß

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Staatsanwalt rückt von Missbrauchsvorwurf ab – Haftbefehl aufgehoben

Der wegen schweren sexuellen Missbrauchs an einer widerstandsunfähigen Frau angeklagte Mann aus Zinnowitz (Usedom) ist auf freiem Fuß. Das Landgericht Stralsund hob den Haftbefehl gegen den 36-jährigen Mann auf, wie ein Gerichtssprecher sagte. Zuvor war die Staatsanwaltschaft von dem in der Anklage erhobenen Vorwurf abgerückt und hatte auf Freispruch für den CDU-Mann plädiert. Es habe sich nicht nachweisen lassen, dass die Frau widerstandsunfähig gewesen sei. Zudem könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie in die Sexualpraktiken eingewilligt habe, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Mann saß seit Anfang März in Untersuchungshaft. Er sollte der ursprünglichen Anklage zufolge nach einer Versammlung der CDU-Ortsgruppe im Februar 2014 die Parteifreundin sexuell missbraucht und verletzt haben. Sie musste im Klinikum Greifswald notoperiert werden. Beide hatten zuvor zusammen rund drei Flaschen Wein geleert.

Der Anwalt der als Nebenklägerin auftretenden Frau sprach sich ebenfalls für einen Freispruch wegen des sexuellen Missbrauchs aus, forderte aber eine Haftstrafe von einem Jahr für die Körperverletzung. Das Urteil soll am 5. September gesprochen werden.

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