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Herrenhaus Kloddram : Zimmer frei: Senioren-WG im Schloss

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Ein Zimmer ist schon vermietet. Zwei weitere Mietverträge bereits unterschrieben. "Das ging ganz zügig", freut sich Brigitte Schopmeier. Eine ältere Dame aus Wismar hat sich als erste für eine Wohnung entschieden.

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erstellt am 10.Aug.2012 | 12:06 Uhr

Kloddram | Ein Zimmer ist schon vermietet. Zwei weitere Mietverträge bereits unterschrieben. "Das ging ganz zügig", freut sich Brigitte Schopmeier. Eine ältere Dame aus Wismar hat sich als erste für eine Wohnung in Schopmeiers Herrenhaus entschieden. "Sie wollte in der Nähe ihrer Tochter leben. Die wohnt im benachbarten Vellahn. Das passte einfach gut." Demnächst einziehen wird auch eine 88-jährige Frau aus der Region. "Sie hatte sich schon einen Heimplatz angesehen. Aber dorthin durfte sie ihre zwei Vögel nicht mitnehmen. Na und bei uns sind Tiere immer willkommen."

Brigitte Schopmeier, selbst schon 76 Jahre, ist kurz davor, sich ihren Traum von der Senioren-WG in ihrem Gutshaus auf dem Land zu erfüllen. Als sie vor acht Jahren das alte Schloss in Kloddram kaufte, schüttelten alle im Dorf nur mit dem Kopf. "Niemand hier wollte glauben, dass wir aus der Ruine jemals ein bewohnbares Haus machen." Das Dach marode, die Fenster undicht, das Gebälk morsch, die Dielen löchrig. "Ich konnte damals vom Saal unten bis hoch unter die Dachpfannen gucken", erinnert sich die rüstige Seniorin.

Heute läuft sie mit ihrem schweren Schlüsselbund über die restaurierten Dielen der Flure und öffnet ein Zimmer nach dem anderen. "Wer hier einzieht, kann selbst entscheiden, ob er sich selbstständig in der eigenen Küche versorgt oder unten gemeinsam mit den anderen kocht", sagt sie. Wer gern Kartoffeln schält, der schält Kartoffeln, wer die Tiere füttern will, geht raus auf den Hof, wer lieber liest, der setzt sich in den Garten. Dort laufen Ziegen, Hühner, Blesshühner, Pfauen. Auch Pferd Mogli, Pony Karlchen und drei Ungarische Hirtenhunde gehören zum Hof. Es gibt große Vogelvolieren mit Bänken davor, ein Gewächshaus und eine ausladende Terrasse. Auf der treffen sich sonntags regelmäßig die alten Kloddramer zu Kaffee und Kuchen. "Sie kommen gern zum Klönen und staunen ein bisschen, dass aus dem alten Haus doch noch was geworden ist", sagt Brigitte Schopmeier. Mit der WG kommt Leben ins Schloss. Denn die Schlossherrin hat nicht nur an die Mitbewohner, sondern auch an deren Familien gedacht. "Wenn die Kinder oder Enkelkinder zu Besuch kommen, können sie im ausgebauten Dachgeschoss wohnen, ohne dafür bezahlen zu müssen." Auch die Preise für die WG-Miete will Brigitte Schopmeier im Rahmen halten. "Ein Platz im Altersheim ist teurer als ein Rundum-sorglos-Paket bei uns", sagt sie. Senioren aller Vermögensklassen ins Haus zu holen, gehöre mit zu ihrer Philosophie. "In der WG soll jeder möglichst lange selbstständig und dabei in Gemeinschaft leben können."

Platz ist genug. Im Flur stehen drei Heimtrainer. Es gibt jede Menge Sitzecken und Lümmelsofas, in denen man plauschen, spielen oder stricken kann. Sogar eine Sauna hat Brigitte Schopmeier für ihre neuen Mitbewohner einbauen lassen. Der Treppenlift für die vielen Stufen hinauf ins Obergeschoss ist schon bestellt, sagt Brigitte Schopmeier. "Wenn alles gut läuft, kann die WG hier schon ihr erstes gemeinsames Weihnachtsfest feiern."

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