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Schnellere Termine in akuten Fällen : Ziel: Wartezeit für Patienten verkürzen

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Akut erkrankte Patienten im Nordosten können jetzt schneller einen Termin beim Facharzt bekommen. Dazu haben die AOK Nordost und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in MV einen neuen Versorgungsvertrag geschlossen.

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erstellt am 21.Dez.2011 | 07:35 Uhr

Schwerin | Patienten im Nordosten, die akut erkrankt sind oder denen es trotz begonnener Therapie schlechter geht, können jetzt schneller einen Termin beim Facharzt bekommen. Dazu haben die AOK Nordost und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in MV einen neuen Versorgungsvertrag geschlossen. "Ziel ist es, die Versorgungsqualität zu verbessern. Dabei sollen diejenigen, die besonders krank sind, auch die höchste Priorität erhalten", sagte gestern Harald Möhlmann von der AOK Nordost.

Die Regelung im Detail: Auf den Überweisungen können nun zwei Dringlichkeitsstufen vermerkt werden. Stufe A gilt bei einer akuten Erkrankung mit dringendem Handlungsbedarf. Hier vereinbart der Hausarzt für den Patienten innerhalb der nächsten 24 Stunden werktags einen Termin beim entsprechenden Facharzt. Stufe B greift bei Änderung einer begonnen Therapie und einer damit verbundenen Verschlechterung der Symptomatik. Hier vermittelt der Allgemeinmediziner dem Patienten innerhalb von sieben Tagen einen Facharzttermin. In beiden Fällen nimmt der Hausarzt vor der Überweisung alle notwendigen Untersuchungen vor. Die Mediziner bleiben dann in engem Informationsaustausch. Die Regelung gilt laut KV für alle AOK-Versicherten sowie für einen Teil der BKK-Versicherten, bei denen das Überweisungsmanagement zur hausarztzen trierten Versorgung gehört.

Die Verringerung der Wartezeiten soll auch dazu beitragen, unnötige Krankenhausaufenthalte oder Arbeitsunfähigkeitszeiten zu vermeiden, so Möhlmann. Darüber hinaus soll den Patienten signalisiert werden, dass es sinnvoll ist, die Behandlung auch im Notfall vom Hausarzt steuern zu lassen, wie Dr. Dieter Kreye von der KV ergänzt.

AOK und KV haben zudem vereinbart, den Einsatz von nicht-ärztlichen Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (Verah) weiterzuentwickeln. Die "Verahs" gehören seit 2009 zur medizinischen Regelversorgung. Sie arbeiten in Hausarztpraxen und machen Hausbesuche bei Patienten. Bislang war ihr Einsatz auf medizinisch unterversorgte Gebiete beschränkt. Diese Beschränkung ist nun rückwirkend zum 1. November 2011 aufgehoben worden, so dass sich die Zahl der "Verahs" von derzeit 39 auf 70 erhöhen kann, wie Möhlmann erläutert. "Wir versprechen uns davon auch eine Entlastung der Hausärzte, so dass es für junge Kollegen wieder attraktiver wird, sich in verbesserten Strukturen niederzulassen", so Kreye.

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