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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 22:56 Uhr

Model aus Rastow : Zickereien vor der Kamera

vom

Er ist groß, schlank und gut aussehend. Der 23-jährige Heilerziehungspfleger Michael Freiberg aus Rastow arbeitet nebenberuflich als Model und hat es dabei nicht nur mit menschlichen Kollegen zu tun.

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2013 | 06:27 Uhr

Schwerin | Er ist groß, schlank und gut aussehend. Diese Attribute kommen Michael Freiberg insbesondere bei seinem Nebenjob zugute: Der 23-jährige Heilerziehungspfleger aus Rastow arbeitet nebenbei als männliches Model. Seine ersten Erfahrungen sammelte er bereits mit 14 Jahren, als er auf einer Jugendweihe-Modenschau für ein bekanntes Kaufhaus lief, erzählt Michael. Danach tat sich einige Jahre lang vorerst nichts, bis er im Jahr 2008 zum Vize-Mister-Mecklenburg-Vorpommern gewählt wurde. Kurz darauf kam er mit der Plater Model- und Eventagentur "team tendence" in Kontakt, von der er seitdem seine Aufträge für Modenschauen in Schwerin und Umgebung, aber auch landesweit und teilweise sogar bis nach Hamburg, erhält. Wichtige Voraussetzungen, die man als Laufsteg-Model, egal ob männlich oder weiblich, mitbringen sollte? "Man sollte sich natürlich einigermaßen gut bewegen und im Takt zur Musik laufen können", so Michael. "Aber auch Selbstbewusstsein und Ausstrahlung sind wichtig, um die Sachen auf dem Laufsteg bestmöglich präsentieren zu können. Außerdem sollte man sehr wandelbar sein, denn die Palette reicht von junger Mode bis zu Abend- und Sportbekleidung." Auch eine gewisse Mindestgröße von etwa 1,75 Meter bei Frauen und 1,85 Meter bei Männern halte er für vorteilhaft. Er selbst misst 1,87 Meter. Für seine Figur muss Michael nicht viel tun. "Ich bewege mich in meinem Alltag schon so viel, auch draußen an der frischen Luft, da habe ich keine Probleme, meinen Körper in Form zu halten. Ab und zu gehe ich mal joggen, aber das war es auch schon", verrät er.

Als es mit den Modenschauen losging, war er gerade im zweiten Lehrjahr. Er habe kein BAföG erhalten, und so sei das Modeln ein angenehmer Nebenverdienst gewesen. Mit der Ausbildung und auch mit dem jetzigen Job sei es sehr gut vereinbar: "Ich muss nur immer rechtzeitig Bescheid wissen, damit ich die Termine mit meinem Dienstplan abstimmen kann, aber das klappt wunderbar, zumal die Modenschauen auch meistens am Wochenende stattfinden", sagt er. Zusätzlicher Stress sei das für ihn nicht, es bereite ihm viel Spaß, beim Modeljob gemeinsam mit anderen jungen Leuten im Team zu arbeiten. Den Ablauf einer Modenschau beschreibt der 23-Jährige als hektisch, aber interessant und aufregend: "Teilweise haben wir gerade einmal zwei Minuten Zeit, um das Outfit komplett zu wechseln. Bei der Wintermode, wenn Mantel, Mütze, Schal und Handschuhe dazukommen, ist das manchmal ganz schön knapp. Aber ich mag es lieber etwas zackiger als langweilig. Außerdem helfen wir uns auch untereinander beim Umziehen, wenn es nötig ist." Ab und an laufe aber auch mal etwas schief, erzählt er schmunzelnd. Bei einer Schuhpräsentation in der Schweriner Marienplatz-Galerie sei einer Kollegin einmal ein spitzer Hackenschuh aus der Hand gefallen und auf dem Schoß eines kleinen Jungen gelandet, der in der ersten Reihe saß. Dieser habe wie am Spieß geschrien und einen blauen Fleck davongetragen. Ein anderes Mal sei ein Kollege einer Kollegin versehentlich in den Hacken getreten und habe ihr dabei den Schuh ausgezogen. Aber bei solchen Zwischenfällen dürfe man sich nichts anmerken lassen, sondern müsse versuchen, es galant zu überspielen.

Vor der Kamera hat er auch schon mit Tieren zusammengearbeitet. Für den Hobby-Geflügelzüchter Michael kein Problem. Auf einem Freigelände in Ras- tow hält er eigene Hühner, Enten und auch eine Ziege. Die Tiere sind seine große Leidenschaft. Er beschreibt sich selbst als sehr naturverbunden. Im Alter von zehn Jahren hat er mit der Geflügelzucht begonnen, sich selbstständig da- rum gekümmert. Michael schlachtet auch selbst und verkauft den Rastowern zu Weihnachten den Festtagsbraten. Auf dem Land fühlt er sich einfach wohl, hier kann er abschalten und sich entspannen. In der Großstadt zu leben, das könne er sich nicht vorstellen. Ebenso wenig wie hauptberuflich zu modeln: "Das wäre mir zu unsicher. Man weiß ja nie, wie lange es gut läuft. Vielleicht wäre ich eines Tages einfach nicht mehr gefragt. Ich brauche einen Hauptberuf, der auch langfristig Zukunft hat und mir die nötige Sicherheit gibt." Die findet er in seinem Job als Heilerziehungspfleger in einer Wohngruppe für Kinder, die teilweise geistig oder körperlich beeinträchtigt sind. Darin geht er so richtig auf. Das Modeln will er weiter nebenbei ausüben, solange es geht. Für ihn die perfekte Lösung.

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