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Weiterer Prozess in Stralsund : Zeuge im "Fischbrötchen-Krieg" bedroht

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Der sogenannte Fischbrötchen-Krieg in Stralsund wird voraussichtlich ein weiteres juristisches Nachspiel haben. Zwei der drei Angeklagten sollen gegen den Hauptbelastungszeugen vorgegangen sein.

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2013 | 10:07 Uhr

Auf zwei der drei Angeklagten im Stralsunder Prozess um den sogenannten Fischbrötchen-Krieg kommt ein weiteres Verfahren zu. Sie müssen sich wegen räuberischer Erpressung demnächst vor dem Neubrandenburger Landgericht verantworten. Dies ergaben am Freitag die Zeugenaussagen einer Neubrandenburger Kriminalistin und einer Hotelangestellten vor dem Landgericht Stralsund. Die beiden Angeklagten sollen mit anderen Beteiligten den Hauptbelastungszeugen im Stralsunder Prozess in einem Malchiner Hotel überfallen haben.

Dabei hätten sie ihn mit dem Tode bedroht und versucht, von seiner Mutter 10 000 Euro zu erpressen.

Die Staatsanwaltschaft wirft den drei in Stralsund angeklagten Männern - 29, 33 beziehungsweise 34 Jahre alt - gefährliche Körperverletzung und Brandstiftung vor. Sie sollen im Juli 2012 den Stralsunder Vize-Oberbürgermeister Dieter Hartlieb zusammengeschlagen haben. Ferner sollen sie für eine im Stralsunder Bauamt gelagerte Bombenattrappe verantwortlich sein. Die Ermittler vermuten hinter diesen Taten sowie Brandanschlägen auf einen Fischkutter, ein Auto und einem Buttersäureangriff auf ein Hotel einen gewaltsam ausgetragenen Streit um Konzessionen für den Betrieb von Fischverkaufskuttern im Stralsunder Hafen.

Der Hauptbelastungszeuge steht unter Zeugenschutz. Seine Glaubwürdigkeit war Gegenstand der Verhandlung am Freitag. Bislang hätten alle seine Aussagen anderweitig bestätigt werden können, sagte ein Beamter der Anklamer Kriminalpolizeiinspektion. Ein weiterer Zeuge belastete den Hauptangeklagten indirekt. Er hatte ihm über einen Freund sein Auto geliehen. Die danach auf den Sitzen vorhandenen Farbspuren waren identisch mit denen, die bei Anschlägen auf die Einrichtungen einer Stralsunder Hoteliersfamilie benutzt worden waren.

Nach der Eröffnung des Ozeaneums mit seinen mehr als 600 000 Besuchern pro Jahr hatte die Stadt die Vergabe der begehrten Konzessionen neu geregelt. Sie wurden auf ein Jahr befristet. Zudem sollten mehr Kutter - auch von außerhalb - zugelassen werden, um den "Lukrativitätsdruck" zu nehmen und Monopolbildungen zu verhindern.

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