Zerrissen zwischen Heimat Ost und Heimat West

svz.de von
26. März 2013, 10:54 Uhr

"Ich wuchs behütet in einem kleinen thüringischen Dorf auf und erlebte die Grenzöffnung und den Niedergang der DDR als Kind nur am Rande… In der nächsten größeren Stadt, Jena, begann ich ein Studium und lernte während dieser Zeit meinen jetzigen Mann kennen, der aus Hessen kommt. Schnell war uns beiden klar, dass wir gemeinsam etwas aufbauen wollten. Vieles sprach dafür, dies in Westdeutschland zu tun. So machte ich mich Anfang 2004 auf und zog zu ihm nach Hessen nahe Frankfurt am Main - 350 Kilometer weg von zu Hause an einen Ort, in dem ich außer ihm niemanden kannte.

Was bedeutet Heimat eigentlich für mich? Liegt sie dort, wo ich aufgewachsen bin, also in Ostdeutschland, in Thüringen, wo meine Wurzeln und Kindheitserinnerungen sind? Oder liegt sie im westdeutschen Hessen, wo ich inzwischen seit acht Jahren wohne, neue Freunde und eine Arbeit gefunden habe, die mir sehr viel Spaß macht? Und spielt dabei der Ost-West-Unterschied eine große Rolle, oder liegt es eher an regionalen Besonderheiten, wo man sich zu Hause fühlt? (...)

Meine Heimat befindet sich weder allein im ostdeutschen Thüringen noch allein im westdeutschen Hessen. Sie ist hier, wo ich jetzt lebe und arbeite, mir etwas aufgebaut habe. Und doch ist sie auch dort, wo meine Wurzeln und Kindheitserinnerungen liegen. Zu Hause im Osten beinhaltet für mich viele positive und auch einige negative Erinnerungen an eine Zeit, die sehr prägend war. Zu Hause im Westen steht für mich für Mut und Stolz: In einer fremden Gegend mir etwas Neues aufzubauen! Ich fühle mich in Mittelhessen wohl, aber trotzdem kommt manchmal Heimweh auf."

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